Review

Doktor Marco , der im ersten Teil von der Bikergang " Impalers " getötet worden war , konnte sich mit Hilfe seines Serums doch noch retten . Außerdem hat er die Überreste der Biker gesammelt und diese auch ins Leben zurück geholt ( denn diese waren eigentlich auch alle tot ) , damit die Männer ihm dienlich sind und Bigfoot für ihn fangen . Der Doktor versucht nämlich den Kopf seiner ( damals ebenfalls getöteten ) Tochter Edna auf einen anderen Körper zu verpflanzen . Gleichzeitig ist Val ( damals nicht getötet , sondern ungesehen im Knast ) , die Schwester einiger " Impalers " , auf deren Spur um die Gang zu töten , doch Val hasst nicht nur die " Impalers " , sondern jeden Menschen , der nicht sie selbst ist ...

Filmtechnisch gesehen sieht James Bickerts´ Sequel zu seinem Film " Dear God no! " jetzt deutlich besser aus , verliert dabei aber auch den billigen Charme des ersten Teils , der ebenso unperfekt wirkte wie seine Vorbilder aus den 1970er Jahren . Rausgekommen ist , trotz technischer Verbesserung , dann aber auch leider kein besserer Film . Statt einer mehr oder weniger recht authentischen Hommage an das Exploitationgenre , haben wir es bei " Frankenstein created bikers " eher mit einer Grindhouse Version im Stile eines Robert Rodriguez zu tun . Sprich : Hier wird so weit übertrieben , wie es in den ( zumindest mir bekannten ) alten Streifen nie der Fall war . Da laufen Killerinnen mit Hasen-Masken herum und machen sich stets erst oben herum frei bevor sie zu schießen beginnen , gefangene Frauen werden in Kellern angekettet und reden mit toten Föten , untote Biker bekommen in einem Geschäft Beine und Arme von einem wahnsinnigen Priester-Killer unter Beifall der anwesenden Kunden abgeschnitten , ein österreichischer Nazi im weißen Anzug ( Laurence R. Harvey ) wird zum " Frankenstein Igor Ersatz " , eine Stripperin bläst ihre brennenden Fackeln auf sehr unkonventionelle Weise aus , ein Monster mit zwei Gesichtern mischt mit und was Val ( im " Thriller - Ein unbarmherziger Film " Gedächtnis Outfit ) ihren Bruder bittet mit ihrer Augenhöhle zu tun , das wird man weder in Hollywood Produktionen sehen , noch werde ich es hier beschreiben .

Dabei beginnt der Film noch recht stimmig , als ein paar Jugendliche mit einem 1970er Jahre Bus an einen See fahren um dann dort von Bigfoot überfallen zu werden . Da man auf dem Weg noch eine Anhalterin mitnimmt , fühlt man sich unwillkürlich an " Texas Chainsaw Massacre " erinnert . Und auch danach hat der Film ein paar Momente . Amüsante ( z.B. als zwei Südstaaten Sheriffs mit dickem Südstaaten Akzent darüber reden , dass es viel besser wäre in der Stadt zu leben als auf dem blöden Land , da es dort mehr kulturelle Angebote gäbe und sie den Strand lieber mögen würden ) und ein paar akzeptable Splattermomente ( als sich ein untoter Impaler zehn mal in den Kopf schießt um endlich sein Leben zu beenden , u.a. ) , doch richtig mitreißend wird der Film eigentlich nie . Dafür ist er mit fast 2 Stunden einfach zu lang geraten . Szenen könnten kürzer geschnitten sein und die Geschichte wird auch nicht stark genug vorangetrieben , sondern plätschert vor sich hin , da man das Ende wohl etwas mehr hinausschieben wollte .
Die einstmals sadistischen Impalers machen selber fast gar nichts mehr , sondern reden nur über alte Zeiten ( sprich : Teile des ersten Films ) , drohen ein wenig zahnlos dem Doktor und schließlich verliebt sich der Anführer Jett noch komplett unmotiviert und unglaubhaft in den losen Kopf von Töchterchen Edna .

Fazit : Zu lang und nicht wirklich mitreißend . Technisch gesehen sicherlich besser , doch weniger authentisch als der erste Teil . Sollte man sich an Filmen wie " Planet Terror " oder " Machete " nicht sattsehen können , und nichts gegen niedrigeres Budget haben , kann man einen Blick riskieren . 20 Minuten kürzere Laufzeit und nicht so passive " Impalers " hätten dem Film nicht geschadet .


Details