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Einen Dirty Harry kann selbst The Rock nicht halten 

Wenn Don Siegel und Clint Eastwood damals einen neuen Film herausbrachten, war klar, dass es hier nicht erst seit "Dirty Harry" rauer, erwachsener und männlicher zugeht, als es so manch einem lieb war. Machofilme, aber noch mit genug Gehalt und Anspruch um nicht in zu platte Gefilde zu rutschen oder ihren Klassiker-Status zu gefährden. Die zwei waren wirklich ein großartiges Team. Und "Escape From Alcatraz" ist einer ihrer wirklich guten Kollaborationen. Das Gefängnis vor der Küste San Franciscos, kurz Alcatraz oder The Rock genannt, und ein höchst charismatischer und maskuliner Clint Eastwood als Gefangener, der als Erster von diesem unüberwindbaren Steinhaufen Entkommen will. Mehr braucht diese Spannungsbombe nicht. 

Alcatraz als Setting ist immer einen Besuch wert, das sieht man so in keinem anderen Ausbruchsfilm mehr. Hinzu kommt der Eastwood-Bonus und die pointierte Chemie und das blinde Verständnis zwischen Star und Regisseur. Allein die Kamera ist Perfektion. Einige Szenen wurden zur Blaupause für nachkommende Ausbrecher-Filme oder auch Serien wie "Prison Break". Richtig viel passiert nicht, doch das ambivalente Finale und der wahre Kern der Sache entschädigen für so manch eine Länge und Redundanz. Man spürt fast das Testosteron auf der Zunge und die Knast-Atmo lässt einen so schnell nicht los. Details, Dekor, Dirigent - hier stimmt's einfach. Damals sicherlich noch wesentlich wegweisender als heutzutage nach etlichen Kopien und Hutziehern. Ohne große Worte, perfektes Timing, Eastwood war selten besser - gehört in die Knasti-Top-20 aller Zeiten.

Fazit: ein Knast- und Ausbruchs-Klassiker, in dem Clint Eastwood ungewöhnlich viele Seiten von sich zeigt und der viele Grundsteine für darauffolgende Prison Breaker legte. Immer noch spannend und einfach ein feines Siegel-Raubein! 

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