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In ihrem zweiten Film nach „Cooties“ konzentrieren sich die Regisseure Cary Murnion und Jonathan Milott auf Action im Shooter-Stil. Dabei wird dem Zuschauer suggeriert, mit nur wenigen Plansequenzen auszukommen, was einer sorgfältigen Choreographie bedarf. Für das gering budgetierte Werk ist das Fluch und Segen zugleich.

Als die Studentin Lucy (Brittany Snow) mit ihrem Verlobten aus der merkwürdig verwaisten U-Bahn im New Yorker Stadtteil Bushwick kommt, nehmen sie Schüsse und Explosionen wahr, kurz darauf wird ihr Freund getötet. Nach einem Spießroutenlauf durch den Ort trifft Lucy auf den Hauswart Stupe (Dave Bautista), einem ehemaligen Marine und Sanitäter. Gemeinsam versuchen sie zum rettenden Hubschrauberlandeplatz zu gelangen…

Murnion und Milott werfen den Betrachter sogleich hinein ins Geschehen, bei dem lange Zeit nicht klar ist, mit welchem Ziel schwarz gekleidete Soldaten auf Zivilisten ballern. Vielerorts steigen Rauchschwaden auf, während Scharfschützen von Dächern feuern und bereits die ersten Plünderer unterwegs sind. Im ersten Drittel lebt das Geschehen von der latenten Ungewissheit und der daraus resultierenden beklemmenden Stimmung.

Leider bleiben die Figurenzeichnungen schwach, obgleich Snow und Bautista ein taugliches Überlebensgespann abgeben. Viel zu spät räumt man dem Duo Raum für ein paar Hintergrundinformationen ein, was jedoch erst kurz vorm Showdown erfolgt. Entsprechend definieren sich die zwei ausschließlich durch ihr Handeln, was zuweilen ins Irrationale abdriftet und somit nur bedingt Sympathien schürt. Zudem schlägt Bautista nicht allzu häufig zu, der überwiegende Teil der Action besteht aus Wegrennen, kurzem Verschanzen und Gegenwehr per Schusswaffe.

Bei den vielen langen Einstellungen und entsprechend wenigen Schnitten kristallisieren sich rasch Vor - und Nachteile heraus. Zwar erwischt die Kamera nicht immer den optimalen Fokus, doch dadurch dass sie meistens nah an den Figuren klebt, kommt das Treiben relativ dynamisch rüber. Zugleich kaschiert es einige der ausstattungstechnischen Unzulänglichkeiten, wobei das Entfernen eines Glassplitters aus dem Unterschenkel noch zu den besseren Momenten zählt, wogegen einige Helikopter deutlich als CGI auszumachen sind.

Ein beinahe schon ärgerliches Manko bildet indes der Score, der viel zu chillig daherkommt. Ein paar luschige Beats mit etwas Bass und Synthie-Plürre schüren null Spannung und rauben der Chose ebenso die Dynamik wie einige Nebenfiguren, die für die eigentliche Geschichte ohne Relevanz sind. Deutlich besser steht es um die Sounduntermalung, welche ab und an für kleine Schreckmomente sorgt.

Letztlich entpuppen sich die Hintergründe der Invasoren als reichlich hanebüchen, obgleich ihnen eine gewisse politische Brisanz mitschwingt. Auch der Ausgang dürfte nicht jeden versöhnlich stimmen, wogegen sich der Showdown aufwendiger als der Rest gestaltet.
Unterm Strich ergibt sich ein durchwachsener Actioner, der technisch über weite Teile überzeugt, inhaltlich jedoch oftmals ins Willkürliche abdriftet und somit nur partiell Kurzweil bietet.
5,5 von 10

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