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Als Lucy und ihr Freund nichtsahnend aus der U-Bahn-Station an die Oberfläche kommen, könnte man meinen, sie seien in einem Szenario aus Tom Clancy‘s THE DIVISION oder in der nächsten PURGE gelandet: überall Chaos, Zerstörung, Verwüstung und bewaffnete Gruppen, die sich bekriegen. Eine Terrorattacke? Eine Invasion? Das Ende der Welt? Es wird eine knappe Stunde dauern bis zu einer ersten Erklärung. Diese wirft zwar weitere Fragen auf, bringt jedoch endlich mal wieder eine interessante, heutzutage gar nicht mal so unrealistische Perspektive ins Genre, auch wenn der „Twist“ hier nicht im Vordergrund steht.

Der Großteil des Films zeigt die Odyssee Lucys und ihres Begleiters durch sowie ihren Überlebenskampf in Bushwick. Viel mehr Geschichte hatten die frühen Filme von John Carpenter auch nicht – in den besten Szenen erreicht BUSHWICK fast deren Energie.

Besonderheit des High-Konzept-Thrillers: Der Film ist quasi als „One-Take“ angelegt, um den Zuschauer noch stärker in das in Echtzeit ablaufende Geschehen hineinzuziehen. Zeitweise funktioniert das auch gut und einige der Action-Plansequenzen sind sehr gelungen, nur manchmal sind die künstlichen Schnittübergänge so auffällig, dass man sich wünscht, die Regisseure hätten sich selbst etwas mehr Freiheit bei ihrem eigenen Konzept zugestanden.

Trotz einiger Schwächen, ein paar Längen im dritten Akt und einem etwas hysterischen Finale ein interessanter Actionthriller abseits gängiger Standards.

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