Review
von ZitoFrank
Staffel 1
Shadow kommt aus dem Gefägnis, nachdem er eine Haftstrafe für einen schweren Raubüberfall absitzen musste. Zu seiner Verwunderung wird er nicht von seiner Ehefrau abgeholt sondern muss die Heimreise allein antreten, denn seine Liebste hatte einen tödlichen Autounfall. Auf dem beschwerlichen Weg trifft er Mr. Wednesday und nimmt einen Job als Bodyguard für diesen an, nachdem er Zuhause angekommen ist und festellen musste, dass ihn dort nichts mehr hält. Zusammen mit Mr. Wednesday begibt er sich auf einen bizarren Trip durch die USA.
Soweit so schlecht. Was einem die Macher dieser Serie an uninspiriertem langweiligem Tüch vorsetzen schlägt dem Fass den Boden aus.
Ich bin dem Arthouse-Kino gegenüber generell nicht unabgeneigt, z. B. gefallen mir die Filme von David Lynch sehr gut. Ebenso fand ich die Serie Hannibal sehr gut schaubar. Nun habe ich allerdings auch den Roman von Neil Gaiman nicht gelesen und bin daher nicht vorbelastet.
Während die erste Folge der Serie noch recht vielversprechend anfängt, fällt die Serie m. E. zunehmend ab. Dem Zuschauer werden verschiedene Episoden vor die Füße geschmissen, deren Zusammenhang sich gerade einmal erahnen lässt. Hinzu kommt, dass einige Szenen unerträglich in die Länge gezogen sind (z. B. der Besuch bei Czernobog, bei dem lange Zeit wirklich gar nichts passiert und minutenlang gezeigt wird, wie Shadow auf dem Sofa schläft während Czernobog ein Lied mit hartem russischem Akzent singt, wer's mag...). Überdies versuchte man unpassenderweise auch mehrere Genres miteinander zu vermengen, was einfach nicht gut gehen kann. Z. T. werden die Figuren deutlich überzeichnet, um die humoristischen Elemente hervorzuheben (man denke an den Banküberfall). Dies ist aber nicht gerade hilfreich, wenn die Charaktere dann wieder ernst genommen werden sollen (beispielhaft sei der irischen Gott genannt, der sich eine comichafte Schlägerei mit Shadow in einer Bar liefert). Überdies möchte die Serie auf Teufel komm raus provozieren und terrorisiert den Zuschauer auch diesbezüglich mit viel zu ausführlichen Szenen (man denke an die Sexszene des Djinns, die fast 10 Minuten geht oder die Dame, die Herren zwischen den Beinen verschwinden lässt; beides ist einfach viel zu lang geraten und bringt die Handlung in keiner Weise vorwärts, das wäre auch kürzer gegangen, wäre dann aber natürlich nicht so provokativ gewesen).
Insgesamt bleibt für mich eine uninteressante Adaption der Romanvorlage, die vollmundig angekündigt wurde, m. E. aber nicht ansatzweise hält was sie verspricht. Weder Fisch noch Fleisch, kein roter Faden und viel zu wenig Momente, die dazu genügen den Zuschauer bei der Stange zu halten. Lieber was anderes schauen!