iHaveCNit: Valerian – Die Stadt Der Tausend Planeten (2017)
Anfangs habe ich eigentlich wenig Interesse an „Valerian“ gehabt. Nur eine weitere knallbunte Weltraumoper mit wenig interessantem Hauptcast und bereits im Marketing mit einer großspurigen Behauptung im Trailer unterlegt „Basierend auf dem sensationellen Comic, der eine ganze Generation inspiriert hat“. Mich hat er noch gar nicht inspiriert und davon hörte ich beim Trailer zum ersten Mal. Aber als ich dann auf der Bluray von „Hacksaw Ridge“ den Trailer in Bluray-Qualität und weniger im Kino-3D gesehen habe, dachte ich mir, dem Film gibst du eine Chance im Heimkino. Aber je mehr auch mein Bruder durch entsprechende Bestandteile des Casts Interesse am Film entwickelt hat und ich noch ein paar Infoschnipsel über den Einfluss des Comics auf das Werk von Luc Bessons „Fifth Element“ und auch Filme/-Reihen wie „Star Wars“ ; „Avatar“ ; „John Carter“ usw. gelesen habe, war aufgrund einer gerade urlaubsbedingten Flexibilität klar, dass man sich den auch im Kino geben konnte. Vor allem, weil die Comicreihe „Valerian et Laureline“ seit den 50ern existiert und schon immer ein Herzensprojekt von Luc Besson war, dass er aufgrund des technologischen Fortschritts des Filmhandwerks erst jetzt wirklich realisieren konnte und damit die teuerste Filmproduktion Europas überhaupt in Gang gebracht hat. Für mich war es ein relativ unterhaltsamer und interessanter Kinonachmittag.
Die Agenten Valerian und Laureline bekommen den Auftrag, zwei wichtige Artefakte auf einem geheimen Markt sicherzustellen. Nichtsahnend über die Herkunft der Artefakte, denn die Spezies der Zivilisation, welchen diese Artefakte gehören, brechen auf Alpha – der Stadt der Tausend Planeten ein und entführen den Oberbefehlshaber von Valerian. Valerian und Laureline machen sich daraufhin auf die Verfolgung, die sie nicht nur in eine interne Verschwörung, sondern auch in die Geheimnisse dieser Spezies einweiht.
Interessanter Film – und ein bisschen unausgewogen. Warum unausgewogen ? Ich verstehe es, dass uns Luc Besson hier in seinem Herzensprojekt mit unglaublich vielen Details diese fantastische Welt filmisch aufbauen und darstellen möchte – sei es im Kostüms- und Setdesign oder auch in Form von Spezialeffekten und der unterschiedlichsten Darstellung diverser Alienrassen, die auch mal mehr oder weniger gut animiert worden sind. Das erzeugt eine wunderschöne Atmosphäre und verleiht dieser tollen Weltraumoper eine schöne Optik. Doch wie sieht es unter der Oberfläche aus ? Die gebotene Story ist recht dünn für die Laufzeit von 137 Minuten, weil der Plot auch in weniger Filmdauer hätte abgehandelt werden können. Ich verstehe es ja, dass man hin und wieder auf die Idee kommt, neue Gesichter in den Hauptcast zu berufen und diese hauptsächlich einen Film auf den Schultern zu tragen und so auch ins Rampenlicht etwas weiter vorzudringen, aber der Cast von Cara Delivigne und Dane DeHaan will bei mir nicht so recht zünden. Ihre Beziehung untereinander besteht in großen Teilen aus coolen Aktionen und Frotzeleien, eine echte tiefe emotionale Verbindung kommt weder von der Chemie noch von der Charaktertiefe rüber. Mal schauen, wohin uns eventuelle Fortsetzungen der Reihe bringen können in diesem Bezug. Aber sonst passt die gebotene Action sehr gut ins klassische Schema einer knallbunten Weltraumoper, die auch noch mit skurrillen Auftritten von z.B. Ethan Hawke und Rihanna aufwarten kann, die unterhaltsam sind, den Ton des Films etwas beeinträchtigen müssen, aber so ein vielfältiges Bild des Films unterstützen.
„Valerian – Die Stadt Der Tausend Planeten“ - My First Look – 7/10 Punkte.