"Im 28. Jahrhundert sind Major Valerian und Sergeant Laureline Spezialagenten der Menschheit. Auf der gigantischen Raumstation Alpha, einem Schmelztiegel unzähliger Spezies, stoßen sie auf ein intergalaktisches Komplott, das mit der geheimnisvollen Zerstörung eines friedlichen Planeten zusammenhängt."
Kritik & Eindruck
Optik top, Wirkung flop
Luc Besson zieht wieder alle Register, was Farben, Kreativität und bildgewaltige Settings angeht. Die Welt ist lebendig, visuell beeindruckend und voll durchdachter Details. Allein für Szenen wie den multidimensionalen Markt oder die Unterwasserwelt lohnt sich der Blick. Für Sci-Fi-Fans ist das ein Fest.
Problemzone Hauptdarsteller
Und hier kommt der erste große Haken: Dane DeHaan ist einfach fehlbesetzt. Er wirkt nicht wie ein abgebrühter Geheimagent, sondern eher wie ein Schüler mit Praktikum im All. Seine Körpersprache, seine Stimme, seine Ausstrahlung – da fehlt alles, was man einem Superagenten abkaufen müsste.
Noch absurder wird es, wenn man ihm dann die toughe, coole, attraktive Laureline (gespielt von Cara Delevingne) als Partnerin und Love Interest hinstellt. Sorry, aber das ist in etwa so glaubwürdig, als würde ein Zivi in Birkenstocks plötzlich mit Wonder Woman rummachen. Völlig unrealistisch, dass so eine Frau auf so einen Typen steht. Zero Chemie.
CGI – durchwachsen
Obwohl der Film aus dem Jahr 2017 ist und mit hohem Budget produziert wurde, wirken manche CGI‑Szenen überraschend altbacken. Gerade bei schnellen Bewegungen oder in den Massenpanoramen sieht man, dass es nicht an Avatar heranreicht.
Was dennoch gut funktioniert
Cara Delevingne spielt cool, präsent und überraschend souverän – vielleicht eine ihrer besten Rollen.
Die Story ist zwar überladen, aber doch unterhaltsam, nie langweilig.
Der Humor ist erfrischend zurückhaltend und nicht zu albern.
Fazit
Valerian ist ein Film mit vielen Qualitäten, aber auch einem Kernproblem: Er wirkt wie ein prächtiger Raumschiff-Körper mit einem viel zu schwachen Triebwerk. Dane DeHaan ist einfach kein tragfähiger Hauptdarsteller für diese Rolle, und seine fehlende Glaubwürdigkeit zieht auch die Romanze mit Laureline komplett ins Lächerliche.
Ein optisch überragender, inhaltlich solider, aber castingtechnisch schwacher Film, der viel mehr Aufmerksamkeit verdient hätte – aber auch deutlich besser hätte sein können.