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Der Vietnamkrieg liegt bereits 15 Jahre zurück und dennoch ist er in den Köpfen der Veteranen stets präsent, sind die seelischen Narben für nicht wenige zu tief. Den einen gelingt es, mit dem Erlebten irgendwie umzugehen und es so gut es geht zu verdrängen, die anderen flüchten sich bevorzugt in Alkohol und kronische Depressionen...

"Jacknife" ist sicherlich nicht Robert De Niros bekanntester Film, was jedoch keinesfalls bedeutet, daß wir es hier mit einem öden Langweiler zu tun haben. Ok, öde mag "Jacknife" auf seine Weise schon irgendwo sein, denn Action oder wie auch immer geartete Höhepunkte hat der Film, abgesehen von einigen wenigen schlichten Vietnamszenen, nämlich praktisch nicht zu bieten. Nein, dieses ruhig und einfühlsam vorgetragene Veteranen-Drama aus der Feder von David Hugh Jones überzeugt vielmehr durch seine intensive Charakterzeichnung und seine grandiosen Darstellerleistungen - plakative Effekte sind dabei zum Spannungserhalt niemals von Nöten. Im Gegenteil: Die triste, unspektakuläre Optik wirkt sich im Einklang mit den geschilderten, teils banalen Alltagssituationen sogar verstärkend auf die ohnehin schon bedrückende Atmosphäre aus.
Neben dem gewohnt erstklassig agierenden und die Handlung dominierenden Robert De Niro ("Es war einmal in Amerika") ist es hier aber letztlich vor allem Ed Harris ("The Rock"), der als gebrochener Mann und alkoholsüchtiges Wrack eine geradzu brilliante Vorstellung abliefert. Er ist ganz eindeutig der heimliche Star des FIlmes! Komplettiert wird das durchweg gut harmonierende Hauptdarstellertrio durch eine ebenfalls starke, uns sonst eher aus Nebenrollen bekannte Kathy Baker im Part der still unter dem selben Dach leidenden Schwester.

Zwei Männer, nichtmal echte Freunde und doch miteinander verbunden, auf der Suche nach einem lebenswerten Leben. Ein Film, der nachdenklich stimmt und vielleicht einzig ein konsequenteres Ende hätte gebrauchen können.

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