Review

iHaveCNit: Battle of the Sexes (2017)

Als leichtes Kontrastprogramm im selben Kinowochenende, in dem auch die etwas härteren „Aus dem Nichts“ und „Detroit“ für mich anlaufen, habe ich noch „Battle of the Sexes“ geplant. So hin und wieder habe ich mal Lust auf Filme, die sich mit sportlichen Ereignissen befassen und einem ein leichtes und gutes Gefühl geben und auch noch einiges mehr zu bieten haben. „BOTS“ ist so ein Film, der auch noch mit Emma Stone und Steve Carrell in den Hauptrollen super besetzt ist. Auch wenn das Ereignis für den geneigten Tennisfan bekannt ist, habe ich mich durch den Film doch überraschen lassen, weil er auch immer noch brandaktuell ist.

1973. Bobby Riggs war einmal Weltranglistenerster der Männer. Billie Jean King ist die aktuelle Weltranglistenerste der Frauen. Eine Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern ist im Tennis-Sport noch undenkbar – was Billie ein richtiges Dorn im Auge ist. Dem Zocker Bobby Riggs ist dazu noch jedes Mittel recht, der Welt zu präsentieren, dass er es locker mit jeder Tennisspielerin der Welt aufnehmen kann. Infolgedessen entwickelt sich somit der „Battle of the Sexes“, indem es neben dem Kampf auf dem Tenniscourt auch noch um den Kampf zwischen Chauvinismus und Feminismus geht. Doch beide Kontrahenten haben mit sich selbst auch noch genug außerhalb des Courts auszufechten.

Im März 2016 kam bereits ein Sportfilm in die Kinos, der mir richtig gut gefallen hat: Dexter Fletchers „Eddie the Eagle“. „Battle of the Sexes“ ist für mich der diesjährige „Eddie the Eagle“, der sogar noch einen Ticken besser geworden ist, weil er um wichtige Themen ergänzt wurde.
Der Film soll seine 121 Minuten lang sein, aber für mich hat er sich definitiv kürzer angefühlt. Das liegt an einer runden und leicht- sowie warmherzigen Inszenierung, die dem Film sein Tempo gibt. Wir werden förmlich ins Jahr 1973 versetzt, mit Kleidung, Ausstattung und selbst dem Tennisstil von damals. Das schafft für mich eine enorme Atmosphäre, die von Linus Sandgren schön auf Kamera gebannt wird. Sandgren hat es dieses Jahr in „La La Land“ bereits geschafft, Emma Stone super aufzunehmen, da macht der Film hier keine Ausnahme. Emma Stone hat sich mit dieser punktuierten, aber auch dezent zurückhaltenden Performance neben ihrer Vorstellung in „La La Land“ zu meiner Top-Darstellerin des Jahres 2017 entwickelt. Steve Carrell als ihr männlicher Gegenpart ist so urkomisch chauvinistisch, aber die bröckelnde Fassade hinter seinem Machotum bringt auch seinem Charakter die notwendige Tragik mit. Viele der Dialoge passen und sind nicht nur witzig, sondern auch extrem scharf und intelligent. Ich konnte mich bei dem Film richtig gut fallen lassen und wurde am Ende sogar noch emotional mitgenommen – und er hat mich nicht nur unterhalten, sondern auch mt einem guten Gefühl aus dem Saal gelassen.

„Battle of the Sexes“ - My First Look – 9/10 Punkte.

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