Review

Ganz nah am Wunder...

... mal wieder ein brauchbarer Adam Sandler-Film zu sein. 

Aber knapp vorbei ist trotzdem vorbei. "Sandy Wexler" ist die neueste Netflix-Sandler-Kooperation und sein mit Abstand bester Film dort. Wer den restlichen Output jedoch ertragen hat, weiß das das noch lange keinen guten Film bedeutet. Denn von "Happy Gilmore"-Zeiten ist keine Spur. Warum ich trotzdem nicht aufgebe mir seine Filme zu geben? Gute Frage... vielleicht weil immer mal wieder Ansätze durchfunkeln, gerade hier in "Sandy Wexler", die Hoffnung wecken. Und natürlich die beschämende Neugier, wie tief er noch sinken kann. Vielleicht muss ich das auch einfach als masochistisch festhalten. Zurück zum Film: Sandy Wexler ist ein kauziger Manager im Hollywood der 90er, der sich & seine seltsame Truppe Klienten mehr schlecht als recht durch das kaputte Showgeschäft manövriert. Als er die mögliche neue Whitney Houston entdeckt, bringt ihn ein Wort mit L und fünf Buchstaben allerdings noch etwas mehr aus dem ohnehin schon unsicheren Tritt...

Mangelnde Treue oder Kohle kann man Netflix nicht vorwerfen. Weiterhin & trotz aller Schelten, volle Unterstützung für Sandler & seine mittlerweile fast schon familiären Projekte. Das zahlt sich bei "Sandy Wexler" vor allem in Sachen Ausstattung aus. Egal ob 90er-Insider, -Gaststars oder allgemeines -Feeling - der Film quillt fast über vor entdeckenswerten Details. Zeitungen, Styles, vergessenen Sternchen. Wenn dann noch ab & zu Sandlers gute Intention & sein großes Herz durchscheinen, bereut man fast manch eine gemeine Kritik. Spätestens beim nächsten Moment der Klarheit & des Fremdschämens weiss man jedoch wieder warum er momentan so einem schweren Stand hat. Aber wer Netflix & halb Hollywood als Freunde hinter sich hat, wer braucht da die Kritiker? 

"Sandy Wexler" hat viele Witze die im Sand verlaufen & der komplette Abspann verleitet zum vorzeitigen Skippen. Das er eine halbe Stunde zu lang läuft & oft genug in alte, faule Auftragsarbeits-Gefilde abrutscht, muss man erwähnen. Wer gegen Sandlers schrullig-nervige Art allergisch reagiert, muss teilweise mit einem anaphilaktischen Schock rechnen. Und trotz allen Unkenrufen & der nicht richtigen Entscheidung für ein Genre: als vollgestopfte, völlig flache Showbiz-Satire, funktioniert er stellenweise überraschend gut. Ob er & alle die mitmachen das so krass überhaupt gewollt haben, lasse ich mal dahingestellt. Und Fans der 90er oder Sandlers (gibt es die noch?) sind in jedem Fall richtig. Meine kindliche Seite musste zumindest hin und wieder lachen... selbst wenn die, entgegen aller Jugendschutzgesetze, zusätzlich noch mit Bier abgefüllt wurde ;).

Fazit: ein kleiner Schritt für Netflix & Sandler, zumindest in die richtige Richtung. Ein paar Lacher & die 90er-Details lassen über gewohnte Fremdschäm-Momente hinwegsehen. Sandy Wexler ist einer seiner besseren Charakter... der jüngeren Vergangenheit!

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