Review

kurz angerissen*

Zweifellos einer der besten Vertreter der grundsätzlich in Sachen Spannung und Suspense immer etwas widersprüchlichen Gattung des Katastrophenfilms. Dieser Vertreter hat im positiven Sinne einfach alles: Die Ruhe vor dem Sturm. Den Sturm selbst. Große Massenszenen. Kleine Dramen. Die sorgfältige Anatomie einer Brandentstehung ebenso wie plötzliche Überraschungen. Herrlich ausgespielte Klischees in einer Farbpalette, die einem seriösen Charakterdrama die Schamesröte ins Gesicht treiben würde, die hier aber genau richtig erscheint.

Denn Warner und Fox im seltenen Verbund brennen hier ein wahrhaftiges Feuerwerk ab, ein Guilty Pleasure im besten Wortsinne, lässt es doch über die beachtliche Laufzeit von mehr als zweieinhalb Stunden nie vom Zuschauer ab, sondern simuliert ihm eine Mittendrin-Situation, die ihre immersive Kraft noch nicht verloren hat. Selbst Paul Newman, Steve McQueen und all die hochkarätigen Nebendarsteller wirken wie Stars, die tatsächlich in eine ungemütliche Situation geraten sind – was auch daran liegen mag, dass im Film sämtliche Beteiligte von ihren gesellschaftlichen Rollentypen abweichen müssen, um das Überleben zu sichern.

Dass man letztlich von wenig geistreichem Entertainment für die Massen sprechen muss, lässt sich auch damit begründen, dass das seinerzeit der Fantasie entsprungene 550-Meter-Hochhaus dem entsprach, was man kurze Zeit später den wirkungsvollen Schauplatz eines Blockbusters nennen würde, doch als ein solcher würde „Flammendes Inferno“ mit seiner druckvollen Pyrotechnik heute, über vierzig Jahre später, immer noch beeindrucken.

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