Katastrophenfilmblaupause
Viele Stars, viele Stunts, viele Effekte, viele kleinere Handlungsstränge. Es ist nicht so, dass „The Towering Inferno“ keine Klischees und abgetretenen Muster hat. Der wichtige Unterschied ist eben, dass er diese mitbegründet und erfunden hat… Erzählt wird von einem fiktiven Megawolkenkratzer in einer amerikanischen Großstadt, der - wer hätte es gedacht - trotz seiner modernsten Technik, berühmtesten Bewohnern und besten Sicherheitsvorkehrungen bald lichterloh brennt und viele Leute in den oberen Etagen womöglich ausweglos einsperrt…
Flamin' Hot
Überlänge, Übergröße, Überstars! „The Towering Inferno“ lässt sich nicht lumpen, ballert einem die bekannten Gesichter um die Ohren wie sonst nur Kriegsepen dieser Hollywoodära und kann sich auch heute noch sehen lassen. Erst recht wenn man mit solchen CGI-schwangeren Nachfolgern und Luftpumpen wie „Skyscraper“ vergleicht. Eine Ehrung aller Feuerwehrleute der Welt. Kann man machen. Zwischen Mut, Größenwahn und einer heftigen Anlaufzeit, wenn man bedenkt, dass selbst um die 50-Minuten-Marke das Feuer immer noch nicht finales Chaos ausgelöst hat. Andererseits geht er dann auch noch dicke zwei Stunden. Paul Newman ist als Leading Man kaum zu überbieten. Erst recht im Duell mit Steve McQueen. Die Flammen sind oft genug echt. Bei so vielen großen Namen kann man fast annehmen, dass nahezu keiner Plotrüstung besitzt. Spannung besteht noch, selbst wenn man Parodien dieses Subgenres wie „Airplane!“ in und auswendig kennt. Auch wenn etwa ein „Backdraft“ schon in den 90ern gezeigt hat, wie weit sich die Effekte, Sehgewohnheiten und Machart von solchen Filmen über die Jahrzehnte verändert haben. Und seien wir ehrlich: im Grunde benutzen auch heutige Katastrophenfilme ja noch genau diese Muster und Abziehbilder. Nur meist seelenloser, artifizieller und gehetzter. Was genug Lob für „The Towering Inferno“ sein und seine Zeitlosigkeit, Effektivität bis (damalige) Genialität unterstreichen sollte. Für mich ein irgendwie auch ein Silvestertipp - selbst wenn seine Festivitäten (anders als auf der artverwandten Poseidon) gar nicht am Jahresende spielen.
Fazit: Starbesetzung, Übergröße, Flammenhöhe - „Flammendes Inferno“ ist wahrscheinlich einer der drei wichtigsten und prägendsten und noch immer spannendsten „Desastermovies“ aller Zeiten!