Nahezu jeder Western, der in der zweiten Hälfte der 60er aus Italien oder/und Spanien stammte, erhielt den deutschen Beinamen Django. Auch vorliegendes Werk, welches im Original „Fury in Storm“ heißt, erhielt diesen Zusatz, um die Mischung aus Western und Eastern zu verdeutlichen, - made in Taiwan.
Missionar Antonio ist mit einem riesigen Holzkreuz unterwegs, als es ihm gelingt, einen Zug anzuhalten. Kurz darauf überfallen japanische Schwertträger die Reisenden, wobei Antonio verletzt und wenig später von dem jungen Einsiedler Dragon gefunden wird. Gemeinsam begeben sie sich auf die Suche nach der Diebesbande…
Auf atmosphärischer Ebene vermag der Stoff mit seinen teils rauen Landschaften zu punkten. Hier mal eine Felsenschlucht mit Höhle und Nebel, dort eine Geisterstadt, die von einem kräftigen Wind umgeben ist. Die Figurenzeichnungen fallen indes eher mager aus. Der Bösewicht taucht nur anfangs und zum Finale auf, während Antonio undurchschaubar bleibt und sich moralisch nicht immer einwandfrei verhält, - ganz im Gegensatz zu Dragon, der sogleich hilfsbereit erscheint und später ein offenes Ohr für eine entführte Dame hat.
Natürlich kommt es regelmäßig zu körperlichen Auseinandersetzungen, wobei Schwerter fast nie treffen und wenn, dann gänzlich ohne Blutvergießen. Auch später, beim Einsatz einer Schusswaffe, gibt es keine Eintrittswunden. Immerhin ist der Bodycount relativ hoch und die Choreo ist einigermaßen gelungen, obgleich einige Male zu oft gegen das Sonnenlicht gefilmt wurde und die Kamera beim Endkampf tatsächlich zur Umgebung abschweift, was die Dramaturgie folgerichtig aus dem Konzept bringt. Typisch für Martial Arts dieser Zeit ist natürlich die maßlos übertriebene, beinahe comichafte Sounduntermalung.
Auch die musikalische Untermalung fällt ein wenig kurios aus. Partiell sind Teile von Mike Oldfields „Tubular Bells“ zu hören, mittendrin auch mal „White Eagle“ von Tangerine Dream, ansonsten dominieren typische 70er Beats mit Gitarre, was erstaunlich gut zum Flair des Treibens passt. Darstellerisch sind hingegen keine Leuchten zu erspähen, wobei Chang Yi als Dragon auf physischer Ebene noch den besten Eindruck hinterlässt.
Unterm Strich liefert dieser Django einen typischen Beitrag jener Zeit, der kaum Alleinstellungsmerkmale aufweist, um sich von der breiten Masse abzuheben. Die Action kann sich zwar sehen lassen, doch die Story entfaltet sich nur selten spannend, zumal durch einige unerklärliche Schnitte kleine Kontinuitätslücken entstehen, während vage Anflüge von Humor meist verpuffen. Eher etwas für Genrekomplettisten.
5,5 von 10