Mit "Three Billboards...." perfektioniert McDonagh sein Handwerk. Er hatte schon immer Anzeichen eines Regievirtuosen gehabt (man denke nur an "Brügge sehen und sterben" oder sein Kleinod "7 Psychos") aber mit Three Billboards beweist er, dass er eigentlich in die Gefilde der Coen und eines Anderson gehört.
Dafür nimmt er sich natürlich die wie entfesselt aufspielende Coen-Muse Frances McDormant als Hauptdarstellerin und läßt sie wie einen von der Leine gelassenen Hund auf alle los. Und was wir dann bekommen, ist eine zutiefst menschliche, großartige, wuchtige, kleine große Geschichte über das Leben und die Unwägbarkeiten.
Eine Mutter, deren Tochter vor einem Jahr brutal ermordet wurde (die Untertreibung des Jahres), mietet drei Werbeplakate und fragt darauf die Polizisten der Kleinstadt, warum der Täter bisher nicht gefasst werden konnte. Daraus entspinnt sich ein Meisterwerk das seinesgleichen sucht.Mal schwarzhumorig, mal sensibel, immer aber den richtigen Ton treffend, läßt McDonagh die aufgeheizte Situation eskalieren, welche mit dem abrupten Ausscheiden einer Hauptfigur eine komplett andere Dynamik erfährt.
Alle Darsteller glänzen durch die Bank und gäbe es so etwas wie Gerechtigkeit bei Preisverleihungen würde der Film alle Preise des abgelaufenen Jahres einheimsen, denn nicht nur die Schauspieler als Ensemble liefern Extrafeines ab, "Three Billboards..." ist der mit Abstand beste Film der vergangenen Jahre. Aber wir wissen es alle besser.Von vorne bis hinten perfekt inszeniert, sehr klug aufgebaut, sehr menschlich (im positiven wie im negativen Sinne), intelligent, aber nie mit dem erhobenen Zeigefinger, sehr stark an die Coens erinnernd, aber immer noch typisch McDonagh, vor allem mit diesem Ende.
Dennoch "Three Billboards..." ist für mich nicht McDonaghs bester Film, er ist sein berührendster, menschlichster, massenkompatibelster Film. Der Beste Film eines Mannes muss nicht immer der am besten bewertete sein, so ist es auch hier.