Den Film hatte ich schon lange auf dem Zettel und nun habe ich ihn mir auch gegönnt. Während ich bei vielen Filmen, die mit großen Vorschußlorbeeren gehypt worden waren, meist enttäuscht war, wurden meine Erwartungen hier mehr als befriedigt. Schon der ungewöhnliche Titel suggeriert, dass wir es hier mit einem Film zu tun haben, der in keine Genreschublade passen möchte. Am ehesten passt die Beschreibung "Kleinstadt-Tragikkomödie". Wobei die humorigen Elemente sehr leise und eher schwarzer Natur sind. Es gibt auch Krimielemente, aber hier von einem Thriller zu sprechen, wäre arg übertrieben.
Nein, in erster Linie ist es ein Drama über Menschen in einer Kleinstadt: über Loser, über Verlierer, den Tod und Trauerbewältigung. Fast schon ein wenig wie "Fargo", aber viel liebevoller und nicht so skuril. Ein sehr poetischer Film: charmant, manchmal etwas witzig oder satirisch, oft traurig und nachdenklich, aber auch mit ganz viel Hoffnung. Toll gefilmt und mit einer tollen Geschichte, die das Schicksal mehrerer Personen verbindet.
Dass das Drehbuch keinen Oscar geerntet hat, ist schon fast ein Skandal, der Oscar für Sam Rockwell geht (völlig überraschend - der kann ja was!!!) völlig in Ordnung, merkwürdig, dass die Regie noch nicht mal nominiert worden war.
Ein sehenswerter Film, sensibel und poetisch, federleicht inszeniert, traurig aber lebensbejahend. Irgendwo zwischen "Fargo" und "Wonder Boys". Sogar viel besser.