„Du kannst auch Hammer und Sichel in die Fresse kriegen!“
Bumsladen-Boss Hans D. Bornhausers („Hurra... die deutsche Sex-Partei“) letzte Regiearbeit datiert aufs Jahr 1977 und trägt den orthografieschwachen Titel „Natascha – Todesgrüsse [sic!] aus Moskau“. Der frivole Filmemacher verabschiedete sich damit mit einem Beitrag zum Eurospy-/Agenten-Thriller-Genre von seinem Publikum, der es in sich hat…
„Die sind ja alle besoffen!“
Ein terroristischer Geheimagent droht, das sowjetische Staatsoberhaupt Leonid Iljitsch Breschnew im ostberlinerischen Luftraum zu entführen, um die Herausgabe von Wasserstoffbombenplänen zu erpressen. Ost- und West-Geheimdienstagenten sind nun zur Zusammenarbeit gezwungen, um diesen Plan zu vereiteln. Die Uhr tickt: Ihnen bleiben nur 24 Stunden…
Was Sleazer Barny Bumshauser hier abliefert, muss man schon mit eigenen Augen gesehen haben, um es glauben zu können: In Berlin spielend, aber in seiner Heimat Reutlingen gedreht, lässt er die bereits in der Vergangenheit liegenden Ereignisse von Natascha, gespielt von Manuela Riva aus dem Hamburger Travestiecabaret „Pulverfaß“, erzählen, die sodann in Form von Rückblenden visualisiert werden. Wann immer diese unterbrochen werden, sieht man Natascha an einem Ring stehen, in dem sich zwei meist barbusige Damen beim Ringkampftraining befinden. Bornhauser persönlich übernahm mit Agent Andrejwitsch eine der männlichen Hauptrollen und schaffte es irgendwie, auch Gordon Mitchell („Frankenstien ‘80“) und Richard Harrison („Djangos blutige Spur“) zur Mitwirkung zu bewegen.
Entweder sind sämtliche deutschen VHS-Fassungen mit ihren nur 70 Minuten Laufzeit massiv gekürzt oder die Angabe zur Länge der Kinofassung ist falsch. Ob die über Prügeleien hinausgehenden Gewaltszenen also der Schere zum Opfer fielen oder generell offscreen stattfinden, vermag ich daher nicht zu sagen. Auch unabhängig davon ist „Natascha – Todesgrüsse aus Moskau“ jedoch einer der erzählerisch schwächsten Filme, die mir jeweils unter die Linse kamen: Auf Amateurniveau werden hier sich im Tonfall von dramatisch und komödiantisch bewegende Szenen aneinandergereiht, bei denen man nur Bahnhof versteht und die Handlung wie ein großes Rätsel erscheinen lassen, das sich einfach nicht erfassen lässt. Hier und da schimmern Ambitionen durch, überwiegend regieren jedoch Unvermögen und Dilettantismus und der Film flutscht einem durch wie eine geölte Ringkämpferin aus dem Schwitzkasten. Schöne Grüsse zurück nach Reutlingen...