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John Cusack spielt einen erfolgslosen Puppenspieler, der bei einem merkwürdigen Unternehmen eine Stelle einnimmt. Hinter einem Aktenschrank findet er den Eingang in den Kopf von John Malkovich, der sich selbst spielt. Er erzählt seiner Frau, gespielt von Cameron Diaz, von seinem Fund, die von Malkovich fasziniert ist und sich in seine Arbeitskollegin, gespielt von Catherine Keener, verliebt, die wiederum eine Affäre mit John Malkovich begonnen hat.

Wenn man die wunderlichsten und groteskesten Filme überhaupt aufzählt, gehört "Being John Malkovich" auf jeden Fall dazu. Allein der Plot ist schon überaus innovativ und skurril und die gesamte Handlung, die drumherum gestrickt wurde, könnte kaum ungewöhnlicher und grotesker sein. Die Charaktere sind dabei allesamt bewusst skurril konstruiert, wobei es stellenweise ein wenig übertrieben wird. Der Mittelteil besticht durch unvorhersehbare Wendungen und Ideen, die sich jeglichen Stereotypen komplett entziehen. Teilweise wird es ein bisschen übertrieben, aber alles in allem ist der Einfallsreichtum so hoch, dass der Film allein deshalb ordentlich unterhalten kann. Obwohl das Ganze nicht einmal einen Ansatz von Realismus hat, wird der Film dennoch zum Ende hin zunehmend spannender, da einige geschickte Einfälle aufeinander Folgen und sich die Situation in Malkovichs Kopf immer weiter zuspitzt. Das Einzigartige und Geniale an der völlig überdrehten Groteske ist jedoch, dass "Being John Malkovich" durchaus Tiefe hat und sich, wenn auch etwas skurril und gewöhnungsbedürftig, mit ernsten Themen, wie der menschlichen Identität beschäftigt und damit philosophischen Fragen nachgeht, beispielsweise der, ob es sich lohnt jemand anderes zu sein. Alles in allem ist die Story skurril und fantastisch, aber dennoch vielschichtig, wobei stellenweise ein bisschen zu dick aufgetragen wird.

Regisseur Spike Jonze, der für "Being John Malkovich" für den Oscar nominiert wurde, nachdem er zuvor lediglich durch Musik-Videos in Erscheinung treten konnte, leistet gute Arbeit. Er passt sich mit seiner Inszenierung dem skurrilen Drehbuch an und trägt somit zur Einzigartigkeit des Werks bei. Allein bei der Kulisse beeindruckt Jonze durch einige Skurrilitäten und hohe Schauwerte. Im Bürogebäude sind die Wände unheimlich niedrig, im Kopf von John Malkovich sieht es ebenfalls überaus wunderlich aus und als Malkovich dann in seinen eigenen Kopf schlüpft, wird es noch extremer. Die Filmmusik ist schnell und modern und passt damit gut in das abgehobene Werk. Das Erzähltempo ist sehr schnell, wodurch der Film stellenweise sogar ein bisschen anstrengend wird, dafür kann "Being John Malkovich" aber bestens unterhalten. Er baut ein paar Gags in den Film ein, aber bei diesem herrlich skurrilen Werk, das auch so schon überaus amüsant ist, wäre dies nicht zwangsläufig nötig gewesen. Er baut zum Ende hin ein bisschen Spannung auf, wobei bei der grotesken Art des Films natürlich keine Atmosphäre erzeugt werden kann, dafür kann er jedoch ein bisschen Dramatik aufbauen, da sich das Verhältnis der Charaktere untereinander zum Ende hin immer weiter verschärft.

John Cusack ist einer dieser Darsteller, die eigentlich immer solide spielen, aber nie wirklich überragen können und so ist auch seine Leistung in "Being John Malkovich" gut, aber nicht perfekt. Er spielt die Rolle des erfolglosen Puppenspielers überzeugend, aber während man seinen Kollegen den Spaß am Spiel anmerkt, ist er einfach zu ruhig für dieses, von Hektik geprägte Werk. Cameron Diaz zeigt wie immer Spaß am Spiel und läuft mit ihrem einzigartigen Charme nach "Verrückt nach Mary" erneut zu alter Hochform auf und passt damit bestens in die Groteske. Catherine Keener, die für ihre Darstellung für den Oscar nominiert wurde, kann wie Diaz durch Spaß am Spiel voll und ganz überzeugen und bereichert den Film in ihrer zwielichtigen Rolle um einiges. John Malkovich selbst kann ebenfalls überzeugen und passt mit seinem unvergleichlich differenzierten Spiel ebenfalls sehr gut in den Film. Mit Charlie Sheen, David Fincher, Dustin Hoffman, Brad Pitt, Sean Penn, Winona Ryder und Gary Sinise sind einige Hollywood-Größen bei Gastauftritten zu sehen.

Fazit:
Mit einer unvergleichlich innovativen, skurrilen und grotesken Story ist "Being John Malkovich" ein gelungenes Werk, dass darüber hinaus durch seine vielschichtige Behandlung mit dem Thema Identität, seine starken Darsteller und seine ebenfalls bizarre Inszenierung überzeugen kann. Damit unterhält der Film ordentlich, auch wenn der Bogen teilweise überspannt wird.

72%

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