Mauritius macht müde Muschis munter
Als größere Erotikreißer wie „Emmanuelle“, „Die Geschichte der O.“, „Schulmädchenreport“ oder „Die blaue Lagune“ weltweit massiv Popularität und Gewinne einfuhren, vor allem die Bahnhofskinos fluteten und füllten, wollten sich diese leichte (und leicht bekleidete!) D-Mark auch andere deutsche Filmproduzenten nicht entgehen lassen. Und so ließ man mit kitschigst-klebrigstem Bahnhofskinoschmu Crew und Team nach Mauritius fliegen und dieses feuchte Träumchen von einer halluzinatorischen Sexklamotte drehen. Über die junge Melody, die auf der traumhaften Insel ihre Cousine besucht und ihre sexuelle Erweckung zwischen Palmen, feinstem Sandstrand, heißen Winden und türkisem Wasser erlebt…
Zwischen Traumschiff und Softcore
Ein Film voller Höhepunkte - und doch komplett ohne Höhepunkte! Melodien aus der Ohrwurmhölle. Eruptionen der bescheuerten Sprüche. Zeigt man „Melody In Love“ Außerirdischen, bekommen diese ein Bild komplett bizarres Bild der Menschheit. Wahrscheinlich ein besseres… Ein echter Hubert Frank! Vulkane und Nymphomanie, Cocktails und schwänzelnde Schwänze, Ängste und Orgasmen, null Skrupel oder Sinn. Wie aus einer Parallelwelt. Schwer zu fassen. Selbst wenn es um 10 Millionen Euro gehen würde - den würde ich dieses Leben nicht mehr ohne Lachen überstehen. Tolle Körper, debile Dialoge, Pornoweichzeichner deluxe. Schon irgendwie erinnerungswürdig. Sehr sogar. Aber noch viel klarer ein Nullfilm, keine Frage. Naiv, erotisch, lächerlich. Ganz schwer zu bewerten und ernst zu nehmen. Hehn, Glatzeder und Co. sind schon steile Zähne. Und ich konnte selten weniger antizipieren, wann ein Film endet. Er pullert und plätschert unfassbar abwesend und liebestoll vor sich her. Er hat nur das eine im Kopf. Komplett ohne Spannungen oder Erzählstruktur, ohne Bösewichte oder Konflikte. Bizarr, breitbeinig, wundgescheuert. Danach muss man erstmal etwas sitzen bleiben. Natürlich nur, um ihn zu verarbeiten und nochmal nachwirken zu lassen…
Der Vesuv ist dagegen eine Toilettenspülung…
Fazit: Softsex wie von einem anderen, teutonischen Stern… Mauritius war selten feucht-fröhlicher!