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Wenn SyFy einen auf Superhelden in Richtung Marvel machen will, kann das eigentlich nur in die Hose gehen und tatsächlich kommt man zu keiner Zeit über mittleres TV-Niveau hinaus. Schlimmer wiegt allerdings, dass sich die Chose furchtbar ernst nimmt.

In einer Forschungsbasis mitten in der Wüste läuft ein geheimes Militär-Projekt, bei dem Probanten mit telekinetischen Fähigkeiten gemeinsam arbeiten und eigentlich Krisenherde in der Welt positiv beeinträchtigen sollen. Doch bei einem Test wird ein kleiner Ort dem Erdboden gleich gemacht, woraufhin Telekinetin Jessica die Station verlässt und Adam aufsucht, der noch nichts von seinen besonderen Fähigkeiten weiß. Kurz darauf werden beide vom Militär und von ihren Kollegen gejagt…

Ein illustres Sammelsurium besonderer Fähigkeiten hat sich hier eingefunden: Seherin Jessica ist quasi die Leiterin der Gruppe, da sie Dinge vorhersehen kann und gleichermaßen Materie per Gedankenkraft bewegen kann. Andere können Blitze werfen, manche Feuer und ein weiterer kann Teile des Bodens zu Wurfgeschossen umwandeln. Nette Idee, nur dass diese Mixtur recht beliebig anmutet und sich irgendwann nur noch die Leute mit verbissenen Gesichtern gegenüberstehen und mittelprächtige CGI-Geschosse entgegenwirbeln.

Zwar ist das Tempo einigermaßen flott, die Figuren sind oft in Bewegung, doch Spannung kommt bei alledem nur selten auf, zumal das letzte Drittel komplett vorhersehbar ausfällt.
Hintergründe fallen ebenfalls flach, nur ein paar Flashbacks veranschaulichen ein wenig die Ursprünge mancher ungewöhnlicher Talente.
Immerhin bröckeln gegen Finale Teile vom Weißen Haus und ein Großteil von LA wird geplättet, doch insgesamt hält sich der Einsatz aufwendiger Effekte im Rahmen.

Ansonsten wird teilweise gnadenlos Overacting betrieben, jemand wie Luke Goss sollte eher unterfordert sein, er performt allerdings, als stünde er komplett neben sich. In einigen Szenen wurde einem Kerl aus unerfindlichen Gründen lila Lippenstift aufgetragen, was genauso befremdlich wirkt, wie Teile des Scores, der eine Mischung aus 90er EBM und Konsolen-Shooter darstellt.

Eigentlich böte Stoff, der zwischenzeitlich recht groteske Züge annimmt, viel Raum für Augenzwinkern oder zumindest für eine Handvoll flotter Sprüche, doch Fehlanzeige.
Die Geschichte wird todernst vorgetragen und selbst als jemand vor lauter Energie zu schweben beginnt oder der Schurke final sein Fett wegbekommt, gehen die Figuren stocksteif zur Tagesordnung über.

Somit mangelt es vor allem an Charme, die Charaktere sind einem reichlich egal und trotz passabler Effekte und solider Inszenierung kommt das Superkräftespektakel zu aufgesetzt und zu steif daher, um mit der überschaubaren Laufzeit von 85 Minuten dauerhaft zu unterhalten.
4 von 10

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