Es gibt einen Grund, warum es manche vermeintliche Perlen aus den Achtzigern noch nicht bis auf DVD geschafft haben. Regie beim vorliegenden Werk führten Hubert Frank und Jacques Orth: Der eine drehte "Frühreife Verführerinnen" und der andere gar "Unterm Röckchen stößt das Böckchen", was bereits eine Menge über die Ausrichtung der Herren aussagt.
Fotograf Gerard und seine beiden Models Sybille und Christa verschlägt es nach Sri Lanka, seinerzeit noch Ceylon, um ein paar exquisite Fotoreihen aufzunehmen. Als Gerard die junge Samanka am Strand entdeckt, möchte er sie unbedingt als Model haben, doch diese winkt aufgrund ihres Glaubens ab. Als Gerard per Zufall einen Mord fotografiert, wird es für ihn und seine Models eng...
Unter dem Deckmantel eines Thrillers wurden seinerzeit unglaublich viele Schmuddelfilmchen abgedreht und auch wenn die exotische Kulisse anfangs ein wenig hermacht, so vergehen die ersten 50 Minuten beinahe inhaltslos, da alle paar Minuten lahmer Softsex betrieben wird. Die Figuren erscheinen durch die Bank unsympathisch und auch wenn die Titelgebende überaus ansehnlich ist, so will sich im Verlauf noch nicht einmal der Ansatz eines erotischen Feelings einstellen, von Spannungsmomenten kann ohnehin nicht berichtet werden.
Denn als die beiden Models Gefangene des vermeintlichen Gangster - und Sektenbosses werden, könnte man ein wenig Exploitation vermuten, was in Hinblick auf Folter und andere Grausamkeiten jedoch völlig enttäuscht. Es wird mal ein wenig an den Haaren gezogen und gut ist, während selbst im letzten Drittel ein Kehlenschnitt im Halbdunkel bereits die deftigste Szene markiert. Zwei ganz kurze explizite Einstellungen nackter Damen sind diesbezüglich kaum erwähnenswert, zumal die VHS entsprechende Unschärfen mitbringt und auch die Wendung innerhalb des Showdowns überrascht nicht, da sie sich weit im Vorfeld ankündigt.
Auch wenn keine der Damen anatomisch missraten ist, so sind es sämtliche Schauspielkünste doch, da hölzernes Minenspiel und stocksteifes Aufsagen einfachster Texte geboten wird. Selbst den Softsexszenen fehlt Authentizität, von kurzen emotionalen Ausuferungen ganz zu schweigen. Sogar die Kamera gerät in einigen Momenten ins Straucheln, denn sobald ein wenig Tempo im Spiel ist, weiß sie nicht so recht, wo sie positioniert sein möchte.
Das austauschbare Gedudel im Hintergrund könnte zu jedem anderen Porno passen, ein Ritualtanz mit Trommeln und halbnackten Frauen will auch nicht so recht zünden und die Andeutung einer Orgie unter Hypnose birgt noch mehr Langeweile.
Schwache Story, zuviel Gefummel, zu wenig Spannung und eine nahezu vernachlässigte Kulisse ergeben im Endeffekt einen Schnarcher, dessen kurze Laufzeit von knapp 80 Minuten noch viel zu lang erscheint.
Knapp
3 von 10