kurz angerissen*
Abbremsen auf 0 und back to the roots: Nachdem „Cars 2“ in mehrfacher Hinsicht irritierte (erst einmal dadurch, dass er bei der mit Ausnahme von „Toy Story“ geltenden No-Sequel-Regel überhaupt gemacht wurde, dann durch seinen konfusen Plot), übt sich „Cars 3“ erst einmal mächtig in Demut. Im Universum von Pixar sind seit „Cars“ im Jahr 2006 Äonen von Zeit vergangen. Damalige Fans sind ihrem Rennfahrer-Bett und ihrer Champion-Kuscheldecke längst entwachsen und Lightning McQueen zum Oldie mutiert. Da ist es nicht der dümmste Schachzug, das Kinderspielzeug in die Ecke zu werfen und zu einer zeitlosen Underdog-Geschichte zu greifen.
Als „Rocky Balboa“ der Animationsfilme trainiert McQueen nun zwar nicht mit halben Schweinehälften, zieht sich aber doch erst einmal aus den großen Arenen zurück und zehrt nur noch von seinem ehemaligen Ruhm dank eines Sponsors, der mit dem Namen des roten Rennautos immer noch Merchandise verkaufen kann. Wie Rocky wird aber auch McQueen von den Herausforderungen des Lebens an der Ehre gepackt, also zieht er mit seiner Personal Trainerin in die Welt hinaus und dreht seine Dirt-n-Grit-Runden am Sandstrand oder auf unbekannten Schlammstrecken im Duell mit enthusiastischen Dorfkarren. Man kann sich also wieder halbwegs mit der Hauptfigur identifizieren (so weit dies eben bei einem Auto möglich ist); gegenüber Teil 2 schon mal ein Fortschritt.
Dass der Weg über kurz oder lang natürlich wieder auf die Strecke führen wird, wo die Lehren der Altmeister gegen einen unsympathischen neuen Star zum Erfolg verhelfen, versteht sich von selbst. Der Weg dorthin überrascht aber trotz des abgekauten Humors von Mater & Co. mit viel Gefühl und bedeutet eine Rückkehr zur Hochform der Reihe, die leider nach wie vor nicht gleichbedeutend ist mit der Hochform von Disney / Pixar.
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