Review

Das ist Kunst und kann nicht weg

Ist das Noah Baumbachs "The Royal Tenenbaums"? Gut möglich. Für mich ist es zumindest sein bisher bester und reifster Film. Es geht um die Künstlerfamilie Meyerowitz und all ihre Querelen in New York. Wes Anderson trifft den modernen Woody Allen. Spätestens jetzt hat Baumbach seinen Stil gefunden und mit diesem Netflix-Exclusive etwas Episches wie zugleich Intimes geschaffen. Eine abstrus-witzige und gefühlvolle Familienstory, die trotz abgedrehter Charaktere nie abhebt oder Identifikationsmöglichkeiten vermissen lässt. Traurig und witzig, einfühlsam und versnobt, sympathisch und clever. 

Vor allem das Ensemble gepaart mit dem frechen, scharfen Script ist einfach großartig. Wie Sandler und Stiller sich gegenseitig hochschaukeln, wie gnadenlos amüsant Hoffmann den Egozentriker mimt, wie fettfrei Baumbachs Dialoge daherkommen - so kann man gute Laune und einige laute Lacher garantieren. Künstler, Schauspieler, Krankenhauspersonal und ganz normale, dysfunktionale Familien bekommen ihr Fett weg - und trotzdem kann dem entlarvenden Film keiner böse sein. Dafür kann er zu gut über sich selbst lachen und trägt er seine Herzlichkeit zu spürbar auf der Zunge. Etwas Hippster. Etwas intellektuell. Etwas Genialität.

Fazit: allein wegen den Performances ein Winner. Und verdammt lustig. Plus ein großes Herz obendrauf. Ein Highlight des Jahres über eine Familie, aus der jedem Einiges bekannt vorkommen muss. Schon jetzt ein NY-Classic!

P.S. an Netflix: solche Adam Sandler-Filme braucht die Welt! Kein "The Do-Over". Verdammt nochmal!

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