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So richtig scheint der chilenische Regisseur Patricio Valladares seine Linie noch nicht gefunden zu haben, obgleich er seine bisherigen Düsterfilme an verschiedenen Plätzen der Welt realisierte. Für seinen Haunted-House-Grusel zog es ihn nach Bulgarien, wo zumindest die einigermaßen wirkungsvollen Sets punkten können.

Einst arbeitete Brett (Jason London) bei der LAPD, bis es ihn in eine ländliche Ecke nach Bulgarien zog, wo sich seine Frau erst kürzlich umbrachte. Um den Kopf frei zu bekommen, nimmt Brett einen Job in Sofia an. Hier muss er im Keller einer Villa lediglich die Aufzeichnungen der Überwachungskameras checken, doch eines Tages entdeckt er Unregelmäßigkeiten. Der daraufhin kontaktierte Jacob (Robert Englund) hält zunächst noch hinterm Berg, was es mit einer verschlossenen Tür und dem Erbauer der Villa auf sich hat…

Zunächst erntet Brett ein wenig Mitgefühl, denn es muss echt scheiße sein, wenn sich die Dame des Herzens vor seinen Augen die Kehle aufschlitzt, was letztlich den einzigen erwähnenswerten Splattereffekt markiert. Also raus von der einen Einsamkeit zur nächsten, denn in der geräumigen Villa ist außer der Putzfrau niemand anzutreffen. Leider auch kein Geist oder Dämon, denn trotz des obligatorischen Huschens durchs Bild ereignet sich kaum etwas im paranormalen Bereich. Stattdressen drucksen die ominösen Auftraggeber ebenso herum wie der blinde Jacob (wieso soll eigentlich ausgerechnet der beim genaueren Sichten des Überwachungsmaterials helfen?).

Stattdessen lernt man die Kellnerin im benachbarten Cafe kennen und lieben, was angesichts einer hübschen Studentin und einem 20 Jahre älteren Durchschnittstypen arg konstruiert daherkommt. Aber wenn denn schon groß keine Türen geöffnet werden, müssen es eben auch Körperöffnungen tun. Dazwischen tummeln sich noch einige Alpträume, offenbar laufen die Uhren in der Villa ein wenig anders als die draußen und am Ende kommen sämtliche Nebenfiguren für den Showdown im großflächigen Lagerraum zusammen, damit zumindest ein minimaler Bodycount vorzeigbar ist.

Eine ähnliche Konstellation mit Toren zur Totenwelt hat man bei Fulci und Konsorten bereits weitaus atmosphärischer erlebt, obgleich die altehrwürdigen Mauern der Villa durchaus stimmungsvoll eingefangen werden. Auch Englund wertet das Treiben als orakelnder Blinder ein wenig auf, während Jason London in vielen Szenen schlicht überfordert wirkt, vielleicht auch, weil er das letzte Drittel des Drehbuchs nicht verstanden hat. Zugegeben, das Finale ergibt teilweise wenig Sinn, doch die letzten Einstellungen auf die Fenster des Gebäudes sind recht geschmackvoll gestaltet und der Score passt auch einigermaßen.

Was hier in 18 Tagen in Bulgarien abgedreht wurde, dürfte Genrefans nicht lange im Gedächtnis haften, denn Horror und Grusel werden eher klein geschrieben, während die beklemmende Atmosphäre nur bedingt zündet und die Chose über weite Teile viel zu gemächlich und ereignisarm vorgetragen wird. Ein durch und durch unspektakuläres Unterfangen.
4 von 10

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