Im Auftrag der DEA macht sich ein SWAT-Team in Seattle im Nordwesten der USA auf den Weg, eine kürzlich erfolgte Lieferung eines Drogenkartells zu beschlagnahmen. Ein überraschender Einsatz, den Travis Hall (Sam Jaeger) und seine Mitstreiter eher als bevorstehende Routinearbeit verbuchen wollen, doch dann kommt alles anders: zum einen wird das scheinbar verlassene Fabrikgelände von einer Horde Schwerbewaffneter gestürmt, zum anderen ist die "Beute" im gekennzeichneten Container statt jeder Menge Beutel mit Stoff stattdessen ein angeketteter muskulöser Afroamerikaner. Diesen kann das SWAT-Team zwar aufs Revier bringen, hat dabei jedoch eigene Verluste zu beklagen.
Als der bislang schweigende Skorpion (so benannt nach seiner großen Rückentätowierung), von dem es erstaunlicherweise keinerlei Eintragung in irgendeiner Verbrecher-Datenbank gibt, kurz darauf von zwei FBI-Leuten abgeholt werden soll, kommen Hall erste Zweifel an der fehlenden Identität des Gefangenen - der hat mittlerweile sein Schweigen gebrochen und weist Hall darauf hin, daß er sehr weitreichende Informationen besitzt und demnächst wohl befreit werden wird. Noch zweifeln Hall und seine Einsatzleiterin Ellen Dwyer (Adrianne Palicki) an dessen Worten, doch tatsächlich ist Kartellmitglied Lars (Matthew Marsden) bereits auf der Spur des wertvollen Gefangenen und dirigiert vom Privatflieger aus jede Menge böser Buben in Richtung des kleinen Reviers...
Cops gegen Drogendealer und eine zu stürmende Polizeistation sind bereits dutzendfach verfilmte Sujets, doch kann eine halbwegs spannende Umsetzung dieser bekannten Themen durchaus unterhaltsam sein - im vorliegenden Fall jedoch spult Regisseur Tony Giglio sein weitgehend generisches und ideenloses Skript in S.W.A.T. - Unter Verdacht fast schon lieblos herunter, verzichtet auf jeglichen Kniff oder Plot Twist und läßt seine Darsteller wie gefühlt schon tausendmal zuvor gesehen agieren: am Ende bekommen die Bösen auf die Mütze und Hall, der den Film mit dem frühmorgendlichen Verlassen seiner Wohnung zum Dienstantritt eröffnet, sitzt dann wieder zufrieden bei Frau und Kind.
Dabei ist Hall, der die meiste Screentime bekommt, noch nicht einmal ein besonders strahlender Held, wird er doch vom Scorpion (Michael Jai White) erst einmal düpiert, wie überhaupt die einzelnen SWAT-Mitglieder irgendwie nicht so recht zum Bild einer entschlossenen, verschworenen Truppe passen wollen. Zum einen besteht die Hälfte aus Frauen, was sehr unüblich ist, zum anderen fällt der Altersunterschied innerhalb des Teams ins Auge - Hall scheint der Älteste zu sein, hat jedoch nicht mehr Kompetenzen als die anderen.
Die rollentechnisch krasseste Fehlbesetzung ist jedoch die Einsatzleiterin Dwyer, eine für diese Aufgabe viel zu jung erscheinde Blondine, die sich auf Diskussionen mit ihren Einsatzkräften einläßt (Autorität?) und vor allem durch ihr blütenweißes, enges T-Shirt auffällt, in dem ihr Push-up-BH besonders zur Geltung kommt. Auch sie ist - für eine SWAT-Team-Leaderin(!) - verhältnismäßig leicht auszuknocken, wie man in einem (mäßig choreographierten) Catfight miterleben darf.
Wem das noch nicht reicht, kann sich auch mit den bewaffneten Syndikatskillern auseinandersetzen, die streckenweise wie eine Horde Zombies angerannt kommen, ohne Eigenschutz drauflosballern und daher besonders in engen Gängen ein leichtes Ziel sind. Die beiden noch am interessantesten erscheinenden Filmcharaktäre in diesem unausgegorenen Mischmasch - der Scorpion und der Gangsterboss - werden nicht näher eingeführt und haben darüberhinaus auch zu wenig Bildschirmpräsenz.
Auf den völlig mißglückten Einfall mit dem U-Boot in den eigenen Reihen (auf den letzten Filmmetern, die Handlung daher überhaupt nicht mehr beeinflußend - wtf?) muß man nicht näher eingehen, ebensowenig auf Halls schmalzig mit dem Sternenbanner untermalte Glücksgefühle, als er endlich wieder zuhause bei seiner Familie sitzt - er hat an jenem Tag ja bloß ein paar enge Kollegen verloren, scheiß drauf.
So endet der kaum durchschnttliches Action-Niveau erreichende Streifen dann wie erwartet, ist mit 89 Minuten wenigstens nicht übermäßig lang, mag bestenfalls als filmische Zwischenmahlzeit an einem langweiligen Abend seine Berechtigung haben, hinterläßt darüber hinaus jedoch keinerlei Spuren und ist spätestens am nächsten Tag bereits wieder vergessen: 4 Punkte.