Egal wie lange ich überlege, mir fällt kein Film ein, der schlechter geschnitten ist als dieser. Dabei würde ich die Schuld nicht bei dem Editor Orlando Culzat suchen, sondern einzig und allein bei der Regisseurin und Autorin Micaela Rueda, die hier versucht hat die Idee und den Inhalt für einen Kurzfilm auf Spielfilmlänge aufzublähen.
Herausgekommen ist ein Mischwesen, das zu lang für einen Kurzfilm und noch immer zu kurz für einen Spielfilm ist. Dafür gibt es zahllose erratische Montagen und Szenen voll gähnendem Nichts. Das Problem ist, dass die Story nicht mehr hergegeben hätte — Rueda wusste nichts sinniges dazu zu schreiben. Warum sich die Mädchen plötzlich ineinander verlieben? Wie es angefangen hat? Interessiert sie nicht. Die Liebe zu alten Büchern ist schön angelegt worden. Was wird daraus gemacht? Rein gar nichts — außer der Hinweis, dass der Vater der einen Autor ist. Wird daraus was gemacht, was potenzial hätte? Nein. Der Streit in der Mitte wird nicht gezeigt, sondern als Voice Over gelöst, während die Kamera einen Holzstapel abfilmt. Die eingeworfene Sex-Szene wirkt am Ende auch eher wie ein Beweis dafür, was sich ecuadorianisches Kino traut anstatt wirklich für die Story notwendig gewesen zu sein.
Das Ganze wirkt, als ob hier auf Krampf etwas auf Autorenfilm getrimmt werden soll, wo die Qualität auf Seiten des Drehbuchs und der Inszenierung aber um Welten nicht mithalten kann.