Nach der „Blade“-Trilogy ist es um Wesley Snipes relativ ruhig geworden, - Erfolge der Neunziger konnten nicht wiederholt werden, es folgte ein Gastauftritt in „Expendables 3“ und ein Gastaufenthalt im Knast. Vorliegenden Trash wertet er dennoch merklich auf und schafft es sogar, das eine oder andere Augenzwinkern unterzubringen.
Fünf junge Leute um Charlie und Annie wollen das Wochenende in einer Waldhütte entspannt genießen, als sie via TV von merkwürdigen Wolkenformationen erfahren. Diese entpuppen sich als Vorzeichen außerirdischer Invasoren, mit denen ihr vogeliger Nachbar (Wesley Snipes) bereits einschlägige Erfahrungen sammeln durfte. Die Gruppe muss sich zwangsläufig dem spleenigen Jäger anvertrauen…
Alles deutet zunächst auf einen handelsüblichen Slasher hin, nebst dem obligatorischen Halt an der Tanke, an der man erstmals mit dem Jäger Bekanntschaft macht. Leider bestehen die Figuren nur aus Unsympathen, die fast ausschließlich auf sich selbst bedacht sind, einschließlich Nerd, Sexpaar und traumatisierten Einzelgänger. Mit dem namenlosen Jäger und ehemaligen Soldaten kommt im Mittelteil zumindest ein Sympathieträger ins Spiel, der einige Zusammenhänge zu erklären vermag, doch zum finalen Akt verschwindet er wieder aus der Szenerie.
Regisseur Mauro Borrelli, der sein künstlerisches Schaffen in bekannten Werken wie „Fluch der Karibik“, „Godzilla“ und „Wolfman“ unter Beweis stellen konnte, lässt sich auch hier nicht lumpen und inszeniert zwar sparsam, jedoch zielsicher.
So sind etwa quallenähnliche Drohnen per CGI sehr hübsch in Szene gesetzt und auch die Aliens sind okay gestaltet. Einige körperbetonte Effekte sind solide verpackt, nur direkte Gewalteinlagen bilden Mangelware. Zudem wurde der Wald teils recht atmosphärisch ausgeleuchtet und selbst gebrandmarkte Hautpartien zeugen von Detailverliebtheit.
Die Geschichte selbst kommt da nicht ganz mit, denn Teile erinnern frappierend an „Skyline“, bzw. „Beyond Skyline“, die vermeintlichen Helden agieren oftmals irrational und spätestens als jemand in einer Bärenfalle festsitzt, bringt ein „Warte hier!“ die Sache auf den Punkt.
Eine originelle Pointe sucht man vergebens, denn von einer in sich schlüssigen Auflösung kann wahrlich nicht die Rede sein.
Dennoch kann man dem leicht trashig anmutenden Werk einen gewissen Unterhaltungswert nicht absprechen, wozu auch die größtenteils schwachen und der eine gut gelaunte Mime beitragen. Der Score erinnert in seiner beinahe liebevollen Art an Genreverwandte früherer Tage, gleiches gilt für die Innenausstattung des Raumschiffes.
Leider mangelt es an Spannung und dramaturgischen Spitzen und vielleicht wäre es besser gewesen, Snipes von vornherein und ausschließlich als Ein-Mann-Armee einzusetzen.
5,5 von 10