Nicht erst seit „The Descent“ empfehlen sich Höhlensysteme nicht unbedingt als Spielplatz für unerfahrene Abenteurer. Die FSK12 lässt indes erahnen, es hier nicht mit mutierten Monstern zu tun zu haben und je deutlicher sich die Umstände in Sachen Zeitanomalie herauskristallisieren, umso packender gestaltet sich der Stoff.
Archäologe Hopper sucht nach seinen vor Jahrzehnten verschollenen Eltern, die in einer Höhle auf der Suche nach der Quelle der ewigen Jugend waren. Als der Professor nach zwei Tagen noch kein Lebenszeichen von sich gibt, folgen ihm fünf seiner Studenten um Taylor. Was sie in der Höhle erwartet, übertrifft ihre ärgsten Befürchtungen…
Eine geradezu lachhaftes Budget von einer Million Dollar stand den Regisseuren Mark Dennis und Ben Foster zur Verfügung, welches sie wohl dosiert einsetzen, um die wenigen Computereffekte nicht billig aussehen zu lassen. „Time Trap“, so der Originaltitel des Sci-Fi-Abenteuers wirkt zunächst wie ein harmloser Jugendfilm mit ebenso jungen Protagonisten. Nicht umsonst gibt es einen kleinen Querverweis zu den „Goonies“ und ein Quotendicker ist ebenso an Bord wie die üblichen Blondinen, der mutige Held und das Nesthäkchen mit verborgenen Talenten. Obgleich niemand von den unbekannten Mimen einen bleibenden Eindruck hinterlässt, fallen die darstellerischen Leistungen weitgehend zweckmäßig aus.
Anfangs gestaltet sich die Suche noch ein wenig schleppend, zumal es kaum Hinweise auf den Verbleib des Professors gibt. Doch als man nach diversen Klettertouren und kleinen Exkursionen Videoaufzeichnungen vergleicht und tiefer in die Höhle eindringt, deutet sich an, dass die Uhren in den unterirdischen Gängen sprichwörtlich anders ticken. Besonders atmosphärisch wird es, als jemand in einer Landschaft von dichten grauen Wolken umgeben ist, während irgendwo ein Buchstabe zu schweben scheint. Auch Knicklichter scheinen phasenweise Gravitationsgesetze außer Kraft zu setzen.
Im Verlauf gesellen sich in der Höhle noch zwei weitere Instanzen hinzu, welche jedoch nicht für Blutvergießen oder gar Splatter verantwortlich sind. Eher bilden sie einen Teil der Auflösung, die für manche arg abstrus erscheinen mag, für andere ein konsequentes Gedankenspiel markiert. Den letzten Minuten schwingt zwar eine leicht kitschige Note mit, doch im Zuge der originellen Grundidee ist das durchaus zu verschmerzen.
Viel mehr als einige hübsch komponierte Lichteffekte am vermeintlichen Ausgang der Höhle braucht es nicht, um die Grundidee zu visualisieren, während das Erzähltempo keine Längen aufkommen lässt und der Score die Stimmung, besonders gegen Finale adäquat zu untermalen weiß. Ein kleiner Independentfilm, der mit der Konzentration aufs Wesentliche und der schnörkellosen Umsetzung in zuweilen fast surreal anmutender Atmosphäre vieles richtig macht.
7 von 10