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iHaveCNit: Die Mumie (2017)

In Zeiten von unzähligen Filmreihen, die uns serviert werden, greift nun auch Universal nach den Sternen und hat nun eine groß angelegte Neuauflage ihres „Dark Universe“ in den Startlöchern. „Die Mumie“ soll nun der Start dieses Franchises werden, in dem Filme über „Jekyll und Hyde“, „Der Unsichtbare“, „Frankensteins Braut“ und auch „Das Phantom der Oper“ geplant sind. Tom Cruise und Russell Crowe gehören seitdem ich mich richtig für Filme interessiere (seit der Jahrtausendwende !) zu meinen Lieblingsschauspielern und hier freut es mich richtig, beide endlich mal gemeinsam vor der Kamera spielen zu sehen. Die Trailer zu „Die Mumie“ haben ja schon einiges vom Film vorweggenommen und offenbaren klar, was einen zu erwarten hat. Für mich gehört dieser Film in der großen Filmographie eines Cruise oder auch Crowe zu den durchschnittlichen Filmen ihrer Filmographie. Aber aus meiner Sicher heraus bedeutet das definitiv nichts Negatives – Auch wenn der Film gerade bei Kritikern einiges an Federn lassen muss.

Nick Morton ist Späher und Aufklärer für das US-Militär. Der Opportunist erbeutet bei einer britischen Wissenschaftlerin namens Jenny Halsey eine Karte, die ihn und seinen Gefährten Chris auf ein Grab einer uralten ägyptischen Thronfolgerin namens „Ahmanet“ führen. Beim Transport des Sarkophags nach London stürzt das Flugzeug ab, bei dem nur Jenny und Nick überleben. Mithilfe einer geheimnisvollen Untergrundorganisation und deren geheimnisvollen Oberhaupts müssen Nick und Jenny nun Ahmanet von ihrem Jahrhunderte alten Plan abzubringen.

Ich habe mir in Vorbereitung mal die „Frasertrilogie“ angesehen und konnte bei dieser Trilogie, auch wenn die Filme an sich unterhaltsame, klassische Abenteuerfilme sind, leider wenig mit Frasers schauspielerischem Unvermögen, dem ganzen Overacting neben Fraser von Weisz und Hannah und den teilweise richtig schlecht gealterten Effekten anfangen. Auch wollten diese Filme für mich zuviel und haben keinen richtig roten Faden gehabt. Schauspielerisch konnte mich hier nur Arnold Vosloo überzeugen. Mag sein, dass ich ein Fanboy von Tom Cruise und Russell Crowe bin, aber „Die Mumie“ von 2017 fand ich klar besser als alles der „Frasertrilogie“. So wie ich gesehen habe, scheinen ganze 6 Drehbuchautoren an dem Film geschrieben haben, doch irgendwie hatte der Film dann doch einen für mich klar erkennbaren roten Faden, er wusste für mich, wohin er wollte und darüber hinaus konnte er auch noch entsprechend anteasern, wohin die künftige Richtung nach dem Film geht. Rein storymäßig geht der Film keine Kompromisse und große Experimente ein, bleibt ein wenig vorhersehbar aufgrund der klaren, formelhaften Struktur, aber das ist für mich nicht negativ zu werten. Ich habe jedoch ganze 2 allgemeine Kritikpunkte, die ich ansprechen möchte, die mich nicht nur hier bei diesem Film aufgeregt haben, sondern bei vielen Filmen heutzutage. Die Actionszenen waren zu hektisch, zu unübersichtlich und zu verwackelt, so dass ich als These aufstellen kann „Die Action war cool, wenn man denn etwas davon richtig mitbekommen hätte !“ - Es gibt nur wenige Regisseure, die den Einsatz von Wackelkamera in gewisser Art ästethisch, sinnvoll und übersichtlich genug beherrschen. Also zum Verschleiern etwaiger Verfehlungen ist das definitiv etwas, was mir nicht gefällt und auch hier bei diesem Film missfällt. Der zweite große Punkt ist das Problem mit der Dunkelheit. Extrem viele Filme bauen darauf, eine entsprechend düstere Atmosphäre auch mit Dunkelheit und einer sehr düsteren Umgebung zu erzeugen und oftmals werden auch entsprechende Spezialeffekte extrem billig und nahezu trashig implementiert. Die Dunkelheit verschleiert natürlich auch entsprechende Verfehlungen in den Spezialeffekten. Auch hier gibt es einige Beispiele, die Effekte und Übersichtlichkeit trotz einer „düsteren Umgebung“ sehr gut hinbekommen haben. Da mich das mittlerweile mehr oder weniger anfängt aufzuregen, ich aber früheren Filmen das nicht großartig negativ angekreidet habe, lasse ich das aufgrund der Fairness nun auch bei „Die Mumie“. Negativ ankreiden muss ich dem Film hier jedoch charakterliche Schwächen vor allem bei der von Annabelle Wallis verkörperten „Jenny Halsey“, die hier wie auch Jake Johnsons „Chris“nur zum Stichwortgeber degradiert werden. „Jenny“ ist darüber hinaus auch die Jungfrau in Nöten und ihre Rufe nach Nick lassen Erinnerungen an „Oh James“-Bondgirls wach werden. Richtig gut jedoch ist Sofia Boutella in ihrer Rolle als Ahmanet, die ihrer Rolle etwas geheimnisvoll Gefährliches verleiht und damit nach ihrem Auftritt in „Kingsmen“ und „Star Trek: Beyond“ nun eine weitere interessante Performance abgibt. Tom Cruise, die Rampensau, ist mit seinem sehr opportunistischen und auch leicht egoistischen Charakter wieder mal etwas gelungen, nicht seinen klassischen Rollentypus abzuspulen, aber klassischerweise mit vollem Körpereinsatz wieder mal zu zeigen, wie sehr er Spaß daran hat, uns eine tolle Zeit im Kino zu geben. Russell Crowe hingegen schafft es als robustes Raubein mit seinem geheimnisvollen Charakter eine sehr tiefe, konfliktbehaftete Performance abzuliefern, die mir Lust auf mehr von seinem Charakter macht. Der Film bleibt wie bereits gesagt trotz der Mammutaufgabe, ein neues Franchise zu launchen, sehr fokussiert und hat mir mit seiner doch ernsteren Gangart gut gefallen, auch wenn etwas Potential liegen geblieben ist.

„Die Mumie (2017)“ - My First Look – 8/10 Punkte.

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