Im Jahr 1999 war Stephen Sommers THE MUMMY trotz ordentlichem Budget ein kleiner Überraschungserfolg: Ein Guilty Pleasure, das keiner auf dem Schirm hatte, ähnlich wie ein paar Jahre später PIRATES OF THE CARIBBEAN. Beide Filme waren keine Meisterwerke, aber sie hatten Charme und waren verspielt, weil so etwas in ihren Budgetrahmen damals eben noch möglich war.
Die Filmlandschaft Hollywoods sieht heute gänzlich anders aus: In ihrer Verzweiflung, alles richtig machen zu müssen, um aus ihren jahrzehntelang nahezu ungenutzten Monstercopyrights rasch ein lukratives Franchise zu stampfen (quasi ein Universal-Universe, hier ambitioniert „Dark Universe“ genannt), hat UNIVERSAL ein Filmmonster erschaffen, das noch grauenvoller ist als der Bastard aus VAN HELSING und THE LEAGUE OF EXTRAORDINARY GENTLEMEN es sein könnte.
Nicht allein, dass dies von vorne bis hinten ein seelenloses Reißbrettprodukt ist, komplett mit ausdruckslosen Schauspielern, peinlichen Dialogen, schlechtem CGI und einer Story auf unterem Videospielniveau, hier werden auch lieblos Genreklassiker wie AMERICAN WEREWOLF und LIFEFORCE, ja, passend wäre: geplündert. Vor allem aber werden beliebte Traditionsmarken geschändet, allen voran natürlich die Mumie, aber auch Dr. Jekyll & Mr. Hyde, die hier völlig zusammenhanglos in die Handlung gepfercht werden und nicht zuletzt Tom Cruise, der in diesem Schrott sichtlich verloren wirkt.