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In Ägypten stoßen Abenteurer Nick Morton und sein Freund Vail auf eine unterirdische Kammer, in der sich die sterblichen Überreste von Prinzessin Ahmanet befinden. Vor 2000 Jahren war ihr Blutdurst so groß gewesen, dass man sie bei lebendigem Leibe mumifiziert hatte. Nun will sie mit Hilfe von Nick ihre alten Mächte wieder zurück erlangen. Während sie sich in London an die Arbeit macht, wird Nick von Van Helsing vor ihren Plänen gewarnt und er versucht, Ahmanet mit Hilfe der Forscherin Jenny Halsey zu stoppen.


Ob es sich beim vorliegenden Film nun um ein weiteres Remake des Klassikers aus dem Jahr 1932 handelt oder auch nicht, darüber dürften die Meinungen wohl ziemlich auseinander gehen. Sicherlich deuten der Filmtitel und diverse kleinere Anlehnungen durchaus darauf hin, aber letztendlich sollte man die 2017 er Verfilmung ganz eindeutig als eigenständiges Werk ansehen. Die Betrachtungsweise spielt aber im Endeffekt auch keine allzu große Rolle, denn die Geschichte von Regisseur Alex Kurtzman dient lediglich dazu, den Zuschauer zumindest größtenteils recht kurzweilig zu unterhalten. Mehr darf und sollte man nämlich auf keinen Fall erwarten, handelt es sich doch um ein weiteres nur allzu typisches Produkt aus Hollywood, das keinerlei nachhaltigen Eindruck beim Zuschauer hinterlässt. Wer nun eventuell sogar einen Horrorfilm erwartet sollte diese Hoffnung noch vor der Sichtung fahren lassen, vielmehr offenbart sich ein eher belangloser und anspruchsloser Mix aus Action und Fantasy. Zwar gestaltet sich das Ganze zugegebenermaßen recht temporeich und beinhaltet auch so manche sehenswerte Action-Passage, dafür mangelt es dem Szenario jedoch an jeglicher Atmosphäre, die in weiten Teilen noch nicht einmal ansatzweise zum Vorschein kommt.

Trotz mehrerer visuell düster gehaltener Sequenzen will sich so gar kein Gefühl des Grusels einstellen, stattdessen kommt die gesamte Chose äußerst weich gespült daher und verkommt in ihrer eigenen Belanglosigkeit. Es ist ja schön und gut wenn man einen Film zeitgemäß neu interpretiert, aber zumindest sollte doch ein wenig Flair vorhanden sein. Dieses fehlt allerdings gänzlich und so präsentiert sich "Die Mumie" letztendlich als ein weiterer eher überflüssiger und künstlich aufgeblähter Blockbuster, der vollkommen seelenlos und absolut lieblos abgekurbelt wurde. Das geschätzte Budget von gut 125.000.000 $ hätte man dabei weitaus besser einsetzen können, denn die enthaltenen Effekte hauen den Betrachter auch nicht unbedingt vom Hocker. Am meisten stört allerdings die manchmal unfreiwillig komische Note der Erzählung, was allein schon bei den Namen der Protagonisten anfängt. So schwirren beispielsweise die Namen Van Helsing und Dr. Jekyll im Raum herum, wobei Letzterer dem alten Haudegen Russell Crowe zugedacht wurde. Auch in den teils dümmlichen Dialogen macht sich stellenweise eine unfreiwillige Komik bemerkbar, was so ganz und gar nicht in die Story hinein passt und viel eher völlig fehl am Platz erscheint.

Ist die Geschichte schon relativ dünn gestrickt und lässt nicht sonderlich viel Substanz erkennen, so passen sich auch die Darsteller dem mittelmäßigen Gesamteindruck an. Selbst ein ansonsten fast immer überzeugender Tom Cruise agiert seltsam lustlos und die ihm zur Seite stehenden Kollegen bleiben durch die Bank vollkommen blass und wirken an etlichen Stellen sogar völlig unmotiviert. Andererseits passt man sich damit aber perfekt dem gesamten Film an, der jeglichen Esprit und etwaige Innovation total vermissen lässt. Es ist schon erschreckend mit welcher Lieblosigkeit Hollywood in der heutigen Zeit seine Filme fertigt, da wünscht man sich doch so manches Mal die guten, alten Zeiten zurück. Der heutige Blockbuster wird nur noch auf den schnell zu verdienenden Dollar ausgerichtet und muss dabei auf die breite Masse zugeschnitten sein. Dafür verzichtet man dann auch gern einmal auf wichtige Zutaten wie Spannung und Atmosphäre, wodurch auch der vorliegende Film zu einem Produkt verkommt, das nicht sonderlich in Erinnerung bleiben wird.

"Die Mumie" ist auf keinen Fall ein totaler Rohrkrepierer, zählt aber auch keinesfalls zu den Filmen über die man noch in Jahren sprechen wird. Es handelt sich stattdessen um das typische und völlig seelenlose Popcorn-Kino aus Amerikas Traumfabrik, wie man es heutzutage nur allzu oft vorgesetzt bekommt. Es mag eventuell auch daran liegen, das mit Alex Kurtzman ein eher unbekannter Regisseur am Werk war, denn echtes Talent lässt sich in seiner Geschichte nicht wirklich erkennen. Wie dem aber auch sei, zum kurzweiligen Zeitvertreib eignet sich diese Produktion durchaus, höhere Ansprüche sollte man aber auf keinen Fall hegen.


Fazit:


Was waren das noch für Zeiten, als ein grandioser Boris Karloff dem Universal-Klassiker von 1932 seinen einzigartigen Stempel aufdrückte. Und auch das Remake von 1999 ist noch um mindestens zwei Klassen besser als die Version von 2017. Übrig bleibt am Ende ein Film ohne Seele der im breiten Mittelmaß versinkt und keinesfalls nachhaltig im Gedächtnis des Zuschauers hängen bleibt.


5/10

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