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Wenn der erste Schritt Genickbruch bedeutet

Was hätte ein neues, verbundenes Universum von Dracula über Frankensteins Braut bis zur Mumie toll sein können. Doch Alex Kurtzmans Startsprung in dieses „Dark Universe“ ist eine fieser Schuss ins eigene Bein, sodass dem kompletten Projekt nun nahezu sicher der Stecker gezogen wurde. Man erhoffte sich einen „Iron Man“ und bekam einen generischen Abenteuerzwitter, der es gerade so schafft, „Die Mumie 3“ hinter sich zu lassen. Ihr wisst schon, den mit Jet Li und der ausgetauschten Evelyn, den, den ich so dermaßen hasse. Ja, beinahe so schlimm ist auch dieser neue „The Mummy“. Trotz riesigem Budget, trotz großer Pläne und Verantwortung, trotz Megastars. „The Mummy“ (2017) ist eine Unverschämtheit und sollte ignoriert werden. Selbst wenn das schwer fällt... Erzählt wird, wie Tom Cruise gegen eine Mumie kämpft, die plant durch ihn den ägyptischen Gott der Vernichtung auf die Welt los zu lassen. Oder so ähnlich. Aber das Ding ist so dermaßen daneben, dass es kaum eine solide Inhaltsangabe verdient hat...

Tom Cruise und Russell Crowe (als Dr. Jekyll!) haben Spaß und sind engagiert. Das kann man nicht leugnen. Die zwei hatten sich von dem Universum und Projekt definitiv mehr versprochen. Doch es wurde komplett vor die Wand gefahren, noch bevor man die Handbremse richtig lösen konnte. Sofia Boutella hat durchaus Charisma und die oft genannte Flugzeugabsturzszene ist sehenswert, fast „Mission: Impossible“. Außerdem gibt es ein paar Augenzwinkern und Hommagen in Richtung der Klassiker, von Karloff bis Fraser. Doch ansonsten gibt es hier rein gar nichts zu sehen. Bitte weiter gehen! Die Effekte erreichen nie das Level, dass sie bei dem massiven Budget müssten, Grusel fehlt völlig und die Action wirkt beliebiger als beim achtzehnten Transformers. Dagegen sieht selbst der mittelmäßigste MCU-Blockbuster aus wie ein Film für die Ewigkeit. „The Mummy“ humpelt, knickt weg und wirkt völlig deplatziert, desorientiert, uninspiriert. Er tut teilweise echt weh und hätte so niemals das Licht der Welt erblicken dürfen. Meist langweilig, oft banal, manchmal sogar zum Fremdschämen - diese Mumie kommt nie über ein paar solide Ansätze hinaus und hätte never ever ausgegraben werden dürfen. Da vermisst man Brendan Fraser umso mehr. Blockbuster ohne Seele. Nur um Geld zu machen. Funktioniert zum Glück nicht.

Fazit: schlimmer hätte das „Dark Universe“ kaum starten können... bei „The Mummy“ ist Spaß ein Fremdwort und Kreativität in weiter Ferne. Spannung und Schauwerte sind ebenfalls übersichtlich. Dieser Cruise-Krampf spielt weder in der Liga der Klassiker von Universal noch in der Nähe der launigen Brendan Fraser-Abenteuer. Nichtmal ansatzweise. Ein Sargnagel, bevor das Abenteuer erst richtig begonnen hat. Einfach enttäuschend bis in die Verbandsspitzen!

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