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Frogger says

Spinnen. Schnecken. Krokodile. Leguane. Sogar Schildkröten und Krebse. Alle machen hier mehr Welle als die namensgebenden Frösche. Und dennoch heißt der Film „Frogs“. Manchmal ist die Welt einfach unfair. Sorry an alle außen vor gelassenen Reptilien. Außer den fetten Kröten natürlich, die nur dauernd durchs Bild hüpfen oder blöd in der Gegend dreinschauen, aber nie selbst Hand anlegen... Spaß beiseite. „Frogs“ ist ein früher Tierhorrorfilm, der aus seinem Thema, seiner Idee, seinem Metier mehr macht, als die meisten befürchten würden. „Es hätte viel schlimmer kommen können“ ist zwar kein Qualitätssiegel und diese Froschinvasion gehört sicher nicht zu den Pflichttiteln des tierischen Subgenres, doch jedem, der auch nur im Entferntesten etwas mit Creature Features und „Die Natur schlägt zurück!“ anfangen kann, dürfte an diesem Belagerungsalptraum voller Schleim und Grün zumindest grundsätzlich Gefallen finden. Wir folgen einem Fotografen, der mit dem Kanu die verschmutzten Sümpfe unsicher macht. Als er dann von einem Motorboot fast platt gefahren wird, nimmt das verwöhnte Pack ihn mit auf die weitreichende Plantage ihres Familienoberhaupts. Dieser ist auch für die Umweltverschmutzung in diesem eigentlich recht ansehnlichen Fleck Erde verantwortlich, sodass es kaum wundert, dass sich bald alles was kreucht und fleucht Richtung Südstaatenlandhaus begibt, um Rache zu nehmen!!!

„Frogs“ liefert genau das, was man erwartet. Okay, die Namensgeber sind wie gesagt etwas passiv, doch man könnte meinen, sie sind dennoch die Anführer, steuern das Ganze Massaker mit ruhigem Gewissen und aus sicherer Entfernung. Wenn man bedenkt, was für eine umwelttechnische Bedeutung den schleimigen Womöglich-Prinzen heutzutage beigemessen wird, macht das noch mehr Sinn und wirkte damals nahezu prophetisch. Sam Elliott (ohne Schnäuzer!) ist wie immer sehr lässig und die einzige halbwegs annehmbare Identifikationsfigur. Das Ende ist etwas offen und kommt plötzlich, doch das hält den Film knackig unter 90 Minuten und schüttelt unnötiges Fett ab. Davon gibt es eh schon genug, da in der ersten Filmhälfte einschläfernd wenig passiert. Dann kommen die Kills und Angriffe, doch auch die bleiben naja bis ganz gut. Die naturalistische Soundkulisse ist allerdings sehr passend, der Abwechslungsreichtum der Arten ist beeindruckend und die dauernd eingeschnittenen Aufnahmen echter Reptilien verdicken die Atmosphäre zusehends. Wenn man jedes Mal einen trinken müsste, wenn es Großaufnahmen von Tieren gibt, läge man definitiv schnell unterm Tisch...

Fazit: atmosphärischer, sehr behäbiger Öko-Schocker über rachlüsterne Reptilien. Mal trashig, mal durchaus ernst zu nehmen. Variabel und fun. Keine Zeitverschwendung! 

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