Für Kriminologen und solche, die es hobbymäßig betreiben zählt der Zodiac-Killer zu den interessanten Erscheinungen in der Historie nie gefasster Serienkiller, um den sich nach Jahrzehnten natürlich Theorien und Spekulationen ranken. Entsprechend schwankt die Prämisse von Regisseur Jonathan Wright zwischen genial und grenzdebil.
Das Paar Mick (Shane West) und Zoe (Leslie Bibb) wohnt in einem Trailer und ist stets knapp bei Kasse. Da kommt ihnen der Fund ihres Freundes und Trödelsammlers Harvey (Matt Craven) gerade recht, denn der hat eine Super-8-Filmrolle gefunden, auf der offenbar die Morde des Zodiac-Killers zu sehen sind. Sie verfolgen verschiedene Hinweise, während Harvey den Code zu entschlüsseln versucht. Dabei ahnt das Trio nicht, wie gefährlich nahe sie dem Killer kommen…
Theoretisch könnte der Serienkiller noch leben, wenn man davon ausgeht, dass er 1968, als die Mordreihe begann, mindestens 18 Jahre alt war. Trotz aller Beweise und Indizien, späterer DNA-Abgleiche und nicht zuletzt den verschlüsselten Briefen des Killers ist es erschreckend, dass nie seine Identität geklärt werden konnte, zumal einige davon ausgehen, dass er seine Taten filmte, wovon auch vorliegende Handlung ausgeht, die mit dem Mord an ein junges Paar 1968 in Kalifornien einsteigt.
Das Trio ist indes recht sympathisch gezeichnet, obgleich Mick latent verpeilt daherkommt und auch Zoe offenbar nicht die Hellste ist, als man ihr dreimal erklären muss, was ein chiffrierter Code ist. Der ältere Harvey offenbart sich als kluger Kopf, in dessen Bude zwar Chaos herrscht, aber das schürt phasenweise Atmosphäre in der ansonsten eher unaufgeregt vorgetragenen Detektivgeschichte.
Etwas konstruiert kommt diese allerdings einige Male rüber, wenn Zoe im Stadtarchiv relativ schnell fündig wird, binnen weniger Tage ein Code geknackt wird, an dem Spezialisten jahrzehntelang scheiterten und ein eigentlich seriöser Bibliothekar so haust, als wäre der bereits vor zehn Jahren gestorben. Im letzten Drittel wird schließlich ein wenig an der Temposchraube gedreht und es kommen einige Gewalteinlagen hinzu als es final in ein abgelegenes, ehemaliges Schlachthaus geht.
Die Besetzung ist treffend, performt wird grundsolide und auch der zurückhaltende Score und die effektive Sounduntermalung unterstreichen die Stimmung recht gut. Optisch befindet man sich eher auf schnörkellosem TV-Niveau, doch ab und an lassen diverse schummrig beleuchtete Schauplätze eine entsprechende Stimmung aufkommen.
So packend wie die Umsetzung durch David Fincher wird die Thematik nicht behandelt, allerdings kommt sie hier eher auf den Punkt als die unsägliche Gurke von Ulli Lommel.
Für Spürnasen mit geringen Ansprüchen okay und einigermaßen unterhaltsam.
5,5 von 10