iHaveCNit: Logan Lucky (2017)
Ich weiß nicht mehr genau, was ich davon gehalten und gedacht habe, als ich damals ein Bild von Daniel Craig in Knacki-Klamotten und wasserstoffblonden Haaren gesehen habe. Auf jeden Fall war klar, dass ich mir „Logan Lucky“ aufgrund seiner Beteiligung ansehen werden. Ich verstehe es nicht, warum ein Steven Soderbergh als Regisseur immer wieder betont, sich zurückzuziehen und nichts mehr zu machen, aber dann doch wieder zurückkommt. Gibt genug andere Regisseure, die sich zwischen einzelnen Projekten viel Zeit lassen, ohne großes Trara um „Karriereende“ und „Comeback“ zu generieren. Zumindest sorgt das natürlich für großes Medienecho. Unabhängig davon nähert sich Soderbergh mit „Logan Lucky“ wieder einem klassischen und starbesetzten Gaunerstück an, der mir sehr viel Spaß im Kino bereitet hat.
Jimmy Logan verliert seinen Job auf einer Baustelle und er hadert mit der Trennung von seiner Frau und seiner Tochter. Er schmiedet mit seinem Bruder Clyde und seiner Schwester Mellie einen Plan zum Raub von viel Geld bei einem großen Nascarrennen auf dem Charlotte Motor Speedway, dessen Ausbau des Kellernetzes zuletzt der Job von Jimmy war. Als Sprengstoffexperten holen sie sich den verrückten Knastbruder Joe Bang ins Boot.
Die klassische Robin-Hood-Geschichte. Ein Heist-Movie mit bürgerlichen und bodenständigen Figuren, die quasi ihre alltäglichen Probleme lösen möchten. Das erinnert mich vor allem im Vergleich zum diesjährigen Neowestern „Hell Or High Water“, der mit seinem ernsteren Unterton etwas besser als „Logan Lucky“ ist. Logan Lucky entpuppt sich als routiniertes Gaunerstück, wenn man sich die Erfahrung Soderberghs durch seine Oceans-Filme in Erinnerung ruft. Natürlich sind Gaunerstücke extrem beliebte Geschichten, aber in ihrem Ablauf klar strukturiert. So benötigt jeder neue Film in diesem Hinblick etwas, um sich aus der Masse hervorzuheben und über lange Zeit im Gedächtnis zu bleiben. Vor nicht allzu langer Zeit hat uns ja Edgar Wright mit „Baby Driver“ durch eine audiovisuell perfekt abgestimmte Inszenierung aus der Masse abgehoben. Wodurch hebt sich nun „Logan Lucky“ aus der Masse ab ? Ich würde sagen, dass er sich durch einen Teil der Besetzung abheben kann. Man spürt bei Daniel Craigs Joe Bang wieviel Spaß Craig dabei wohl hatte und dieser spaß überträgt sich auf den kompletten Film, weil auch Channing Tatum und Adam Driver als Brüder wunderbar funktionieren und einige Nebencharaktere auch exzellent verschrobene Charaktere zu bieten haben, so z.B. Seth MacFarlane. Aber auch der Rest des Casts hat sich schon im Vorfeld für mich relativ gut angehört, und auch im Film bestätigt: Riley Keough, Katie Holmes, Katharine Waterston, Hilary Swank, Sebastian Stan, usw. Der Film hat natürlich auch einen coolen Look zu bieten, durch die Inszenierung, die Farben, die Kostüme. So temporeich wie es auf der Rennstrecke zugeht, kann der Film stellenweise nicht ganz mithalten. Und der Film muss es nun der Zeit überlassen, ob er sich in seinem Genre als Genreklassiker bewähren kann oder in der Masse untergeht. Ich auf jeden Fall hatte meinen Spaß mit Logan Lucky !
„Logan Lucky“ - My First Look – 8/10 Punkte.