Review

Obgleich die Streifen der Blumhouse Productions eine starke Tendenz in Richtung Massenware aufweisen, schaffen es die meisten auf die Kinoleinwand. Eine solche Auswertung blieb dem vorliegenden Streifen verwehrt, vielleicht auch, weil aufgrund des überschaubaren Budgets nicht allzu viele Schauwerte aufgefahren werden.

Stephanie (Shree Crooks) ist allein zu Haus und wartet auf die Rückkehr ihrer Eltern (Frank Grillo und Anna Torv). Um das lauernde Monster nicht zu verärgern, verhält sich das Mädchen weitgehend leise, doch mit der Rückkehr ihrer Eltern ist es mit der Stille dahin…

Die erste halbe Stunde entfaltet sich als One-Girl-Show, welche ein wenig Einfühlungsvermögen voraussetzt. Was macht ein etwa elfjähriges Mädchen, wenn es daheim nahezu Narrenfreiheit genießt: Es unterhält sich mit Stoffschildkröte Francis, bereitet sich einen eigentlich ungenießbaren Smoothie, genießt das Herausposaunen von Kraftausdrücken in vollen Zügen und geht die Dinge unbekümmert an, so dass man in eine Scherbe tritt, die schon längst hätte aufgefegt sein können.
Man wundert sich allerdings über die Leiche ihres älteren Bruders, der zugedeckt in einem Bett liegt und über ein regelmäßig ertönendes Knurren und Grollen.

Was außerhalb des Eigenheims los ist, lässt sich aufgrund eines Zeitungsausschnitts und Fetzen im Fernsehen nur erahnen. Es ist die Rede von einer Seuche und Experimenten für ein Gegenmittel, jedoch nicht von Zombies. Leider nehmen Cover und der erweiterte deutsche Titel einiges vorweg, so dass sich anberaumte Twists relativ früh abzeichnen.
Mit Rückkehr der Eltern dauert es nicht lange, bis das Geheimnis um das Monster gelüftet wird, nachfolgend geht es darum, wie man das Problem löst, einschließlich mehrerer Versuche.

Die zweite Regiearbeit von Akiva Goldsman (Oscar fürs Drehbuch zu „A Beautiful Mind“) zeichnet sich über weite Teile durch eine latent unheilvolle Atmosphäre aus, zumal das Böse ohne Gestalt bleibt und sich lediglich durch Geräusche ankündigt. Ein weiterer Pluspunkt ist Hauptdarstellerin Crooks, die nicht nur glaubhaft, sondern auch recht facettenreich performt und somit die erste halbe Stunde scheinbar mühelos allein stemmt.
Nachdem das Kerngeheimnis gelüftet ist, gestaltet sich die Angelegenheit teilweise ein wenig lahm, wogegen zum Finale ein paar kleine Schauwerte aufgefahren werden und die letzten Bilder schon beinahe apokalyptisch anmuten.

Die Ansätze sind passabel und erzeugen phasenweise eine dichte Atmosphäre und einige Spannungsmomente, was primär auf die erste Hälfte zutrifft. Nachdem die Katze aus dem Sack ist, mangelt es ein wenig an kreativen Einfällen, die Pointe kommt indes angemessen garstig rüber. Wer den gängigen Produktionen von Blumhouse etwas abgewinnen kann, könnte einen Blick wagen.
6 von 10

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