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(Achtung Spoiler!)

Im ersten Weltkrieg werden französische Soldaten auf ein Himmelfahrtskommando geschickt: Sie sollen die "Höhe 19" einnehmen und verteidigen. Auf halbem Weg wird die Aussichtslosigkeit des Unternehmens klar, die überlebenden Soldaten kehren entgegen des Befehls in die Schützengräben zurück. Kochend vor Wut richtet ein französischer General ein Kriegsgericht ein, das drei zufällig ausgewählte Männer wegen Feigheit vor dem Feind zum Tode verurteilen soll. Colonel Dax (Kirk Douglas) wird zum Verteidiger der drei ernannt, doch es erscheint unmöglich, sie vor ihrem grausamen Schicksal zu bewahren.

Mit diesem Film gelang Stanley Kubrick endgültig der Durchbruch als Regisseur. Mit einem mickrigen Budget von 900.000 Dollar inszenierte er "Wege zum Ruhm", der für viele der beste Antikriegsfilm ist und der in Frankreich zwanzig Jahre lang verboten war. Den Franzosen war die Darstellung ihrer Generäle zuwider, doch im Grunde genommen zeigt Kubrick bloß die schonungslose Wahrheit. Die Soldaten sind Spielball der Oberen, für die Menschlichkeit nichts zählt und die schuldlose Menschen aus bloßer Willkürlichkeit in den sicheren Tod schicken.

Wer auf großes Geballer hofft, ist bei diesem Film absolut fehl am Platz. Außer einer ca. fünfminütigen Schlacht ist vom Krieg selber nicht viel zu sehen, der Rest ist ein eher dialoglastiges Drama. Technisch ist "Wege zum Ruhm" veraltet, doch seine Wirkung wird niemals verfliegen. Seine Spannung rührt einzig und allein vom Kampf für die Gerechtigkeit, der allerdings aussichtslos ist, was bald auch Col. Dax (Kirk Douglas mit einer famosen Leistung) erkennen muss. Der Zuschauer hofft bis zuletzt, dass noch irgendetwas passiert, das die Männer retten kann, sogar, als sie schon zur Erschießung bereitstehen, doch da wird nichts kommen. Bei der Hinrichtung wird die ganze Genialität eines Kubricks sichtbar. Er zögert die Erschießung bis zuletzt hinaus und inszenierte diesen Teil dramaturgisch perfekt, dann ein Schnitt, wie zwei Generäle sich am Tisch den Bauch voll schlagen und sich darauf einigen, dass die Verurteilten recht würdevoll abgetreten seien. Diese Szene lässt den Wahnsinn des Krieges endgültig deutlich werden.

In einer zu Tränen rührenden Abschlusssequenz dürfen die Männer noch einmal feiern, unwissend, dass die nächste aussichtslose Schlacht bereits bevorsteht. Nach 80 Minuten ist dann Schluss und wir haben einen Film gesehen, der trotz schlichter Inszenierung in seiner Wirkung jeden martialischen Antikriegsfilm alt aussehen lässt. Ein einmaliges Plädoyer gegen den Wahnsinn des Krieges, sollte jeder einmal gesehen haben!

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