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Antikriegsfilme haben oft das Problem, dass durch die spektakulären Kampfszenen dem Zuschauer Krieg im Endeffekt doch als etwas aufregendes und spannendes präsentiert wird, was der eigentlichen Intention zuwider läuft. Kubrick ist gegen diesen Fehler nicht gefeit, begeht er in doch teilweise in seinem späteren Werk, Full Metal Jacket.

Paths of Glory hingegen hat nur relativ wenig Spektakel zu bieten, wenn man von dem mit langen Kamerafahrten eindrucksvoll gefilmten Sturm auf den Anthill einmal absieht. So zeigt dieser Film das Grauen des Krieges dann auch nicht auf dem Schlachtfeld, sondern hinter den Kulissen, in der Auseinandersetzung von Hauptfigur Colonels Dax mit den menschenverachtenden Generälen, denen er unterstellt ist. Da werden unmögliche Befehle gegeben, nur um gegenüber Politik und Presse als mutig dazustehen und danach die Soldaten, die sich weigerten, in den sicheren Tod zu laufen, als Fahnenflüchtige exekutiert. In einer Welt in der es nur um Nationalstolz, Mut und Prestige geht, und nicht um Mitleid und Menschlichkeit, ist der eigentliche Feind der einfachen Soldaten sicherlich nicht in dem Graben auf der anderen Seite des Niemandslandes zu finden, weshalb im gesamten Film auch kein einziger deutscher Soldat zu sehen ist.

Paths of Glory ist dennoch kein rein pazifistischer Film, denn der von Kirk Douglas grandios gespielte Colonolel Dax denkt in keinem Moment daran, seinen Beruf an den Nagel zu hängen. Sein Kampf gegen die Unmenschlichkeit des Militärs kann nicht gewonnen werden und dennoch macht er bis zum Schluss weiter. Dies ist für mich persönlich ein kleines Manko, doch gerade für eine Zeit, in der Kriegsfilme meist patriotisch und verherrlichend waren, ist dieser Film ein herausragendes Werk.

8/10

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