„The Moviegoer‘s Prayer“ war vermutlich, dass „The Hunter’s Prayer“ mal so ein richtig fettes Actionschmankerl werden würde, nicht so hoch in den Ansprüchen, aber nett in den Schusswechseln, schließlich hat Jonathan Mostow ja irgendwann mal „Terminator 3“ inszeniert.
Wohlgemerkt: das ist auch schon sehr lange her!
Genauso lange etwa, wie Hollywood einen Darsteller wie Sam Worthington für den neuen heißen Scheiß gehalten hat, weil er – ebenfalls – durch einen „Terminator“ und einen „Avatar“ geturnt war.
Nur vergisst Hollywood leider schnell und Worthington ist jetzt mehr als „ernsthafter“ Darsteller solide unterwegs, weswegen man kaum glauben kann, dass ihn dieser seit 2013 vorbereitete Videothekenschnellschuss wirklich mal gereizt haben könnte.
Im Kern haben wir hier eine Neuauflage von „Leon – der Profi“, nur eben ohne den Novitätsfaktor, das Talent und die guten Darsteller oder jegliche Form brauchbarer Regieeinfälle.
Der Plot dreht sich um einen Killer, der plötzlich sein Opfer beschützt, eine junge Teenagerin, deren Papi (bereits tot) ne Menge Geld unterschlagen hat. Also flieht man durch Europa, hat ein paar kurze Shootouts und stellt sich am Ende den bösen Buben in England.
Unglaublich aber, was man alles mit so einem Reißbrettplot falsch machen kann!
Wieso, weshalb, warum – das sind hier die häufigsten Fragen und die darf man sich über die volle (kurze) Laufzeit stellen.
Wieso werden überhaupt gefühlt 20 Killer auf einen Teenagerin angesetzt, nur weil Papi dem FBI was flüstern wollte und für ihn ein einziger Killer ausgereicht hatte. Was soll das bringen, sie auch noch abzumurksen? Und wieso merken die Finsterlinge endlos nicht, dass ihnen 25 Mio fehlen?
Wieso setzen sie die Jagd danach nicht aus, als schon ruchbar wird, dass die Kohle vermutlich auf ihrem Taschengeldkonto lagert?
Aber so meta müssen wir ja gar nicht denken: wieso ändert Leon…ähäh…Lucas überhaupt seine Meinung und seinen Beruf spontan und tritt für Ella gegen seine ganzen Auftraggeber an? Weil ihm eingefallen ist, dass er ja parallel inzwischen auch so ein Goldstück haben müsste? Weil sie so heiß in der Disco tanzt?
Nee Freunde, „Die Stunde des Killers“ ist so ein Film, bei dem ständig alle das Falsche machen und keiner weiß, warum. Berufskollegen bescheißen dich, der Protagonist ist irgendwie rauschgiftsüchtig, die Teenagerin marschiert mit einer Knarre ins Büro des Oberfieslings, das FBI hat in England eine bestechliche Beamtin am Start (also im Ausland!).
Im Finale erschießt dann der Obermotz völlig gaga seinen besten Mann, weil der so viel Zeit verplempert hatte und wird dann von Portman-Ersatz Odeya Rush umgelegt, nachdem sie selbst schon einen Brust- oder Bauchschuss abbekommen hat. Und am Ende scheint sich kein Bulle Europas über so ein Massaker zu wundern.
Also ganz ehrlich: an „Hunter’s Prayer“ ist fast alles scheiße oder total abgelutscht, selten einen kompletten Film nur mit Augenverdrehen durchlitten. Gespielt wird ganz ordentlich, allerdings ist Allen Leech als Oberbösewicht eine absolute Lachnummer. Für die Ballerfans ist das Ganze wohl noch halbwegs tolerabel, aber da hier niemand auch nur eine neue Idee hatte und das Finale sogar gegen die Eröffnungsattacke abstinkt, kann man sich diesen beruflichen Fehlgriff von Worthington echt sparen. (3,5/10)