Review

Der moderne spanische Horrorfilm kann einem langsam unheimlich werden, denn der Output der letzten Jahre ist bemerkenswert ordentlich, zumindest für Low-Budget-Verhältnisse.
In das selbe gutklassige Horn stößt auch der letzte Scream-Verschnitt „Black Serenade“, in welchem mal nicht Horrorfilmfans oder Hirni-Teenies, sondern extrem faule Studenten gemeuchelt werden, die die Unis verstopfen.

Erfreulicherweise füllt man die Sequenzen zwischen den Mordszenen dann auch nicht durch Vakuum royale, sondern bemüht sich, einen ganzen Sack voll roter Heringe auszustreuen, wer es denn nun sein könnte, von Professoren über Mitstudenten, von Polizisten über gänzlich Fremde. Die werden tatsächlich mal mit Leben gefüllt, sind also nicht nur faul, geil und/oder blöd, sondern haben mal gute und mal schlechte Seiten.

Im Zentrum steht dann auch nicht das Hascherl vom Dienst, sondern eine „gute“ Studentin, die eher eckig und spitz (wenn auch nicht unattraktiv) und verbal eher spröde und bissig rüberkommt.
Zwar wird der Gebrauch des Internets (wieder mal kündigt sich der Killer groß an!) ein wenig übertrieben und eine historische Geschichte um zum Tode verurteilte Bankelsänger (in deren Kostüm der Killer vorgeht) ist eher Rahmenfassade als wirklich wichtig, aber grundsätzlich bietet der Film ein brauchbares Maß an Qualität, soviel, wie man von so einem breitgetretenen Thema erwarten kann.

Für alle schlauen Mitdenker gebe ich schon mal vor, daß man bei genauem Nachdenken über die Motivation des Täters recht leicht auf die spätere Lösung kommen kann, aber angedenk der schönen sakralen und altertümlichen Sets und des brandheißen Showdowns ist das zweitrangig.
Ein echter Hingucker während des Finales bleibt der ältere Polizist, der in bester Dirty-Harry-Manier, wohl aus Sorge um sein eigenes Leben, in der Kathedrale sämtliche Partygänger und Scherzbolde, die die Tätermaske tragen, mit einer großkalibrigen Knarre sicherheitshalber wegpustet, sobald sie ihm in den Weg springen!

Also keine Offenbarung, aber schon gar kein untiefes Loch in punkto Qualität, sondern das, was man sich unter einem soliden B-Slasher vorstellt. Blut und Sexszene natürlich inclusive.
(6/10)

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