Spanien dürfte wohl zu den innovativsten europäischen Ländern in Sachen Horror gehören. Vor allem in der letzten Zeit wurde viel Geboten. Sei es der geniale, atmosphärisch dichte Streifen "The Nameless", der ebenbürtige "The Second Name" oder der aktuellste Re-Animator-Streifen "Beyond...". Allesamt Horror-Unterhaltung auf hohem Niveau. Und auch in Sachen Slasher hat Spanien mit dem wirklich guten Schocker "School Killer" gezeigt, dass sie was drauf haben. Trotzdem kommt "Black Serenade" nicht über Durchschnittskost hinaus!
Zugute halten muss man dem Film definitiv die Story. Die Legenden und der Mythos um den mysteriösen "Tuno Negro" ist fein durchdacht und mit allerhand netten Ideen gespickt. Zudem kann durch die stimmungsvollen Bilder durchaus eine knisternde Atmosphäre aufkommen.
Leider aber kann der Film keinen großen Spannungsbogen verzeichnen. Zwar macht die Rätselraterei um den Mörder mit der Maske durchaus Laune und hat einige schicke falsche Fährten auf Lager, doch meistens dümpelt der Streifen nur vor sich hin. Oft kommt das Geschehen nicht so recht vom Fleck und ermüdet durch dämliche Dialoge.
Zudem ist der Body-Count etwas zu gering gehalten worden. Mal kurz am Anfang, mal kurz zwischendurch und dann noch ein paar Metzeleien zum Schluss und das wars dann auch schon. Dabei sind die Mord-Szenen ewig gleich und bürgen kaum von Kreativität, auch wenn sie deftig blutig geraten sind. Hier und da ein geschickter Mord mehr, hätte dem Ganzen gut getan.
Schauspielerisch wird einem nicht mehr und nicht weniger als übliche Standard-Qualität geboten.
Fazit: In punkto Story und Atmosphäre durchaus gelungener Slasher-Beitrag aus Spanien, der allerdings leider kaum für Spannung sorgen kann und durch seinen geringen Body-Count und die, zwar blutigen aber dennoch lahmen 08/15-Morde, auch in punkto Gore enttäuscht. Na ja, für einen geselligen Horror-Abend ist das Ganze aber sicher immer noch gut zu gebrauchen!
Wertung: 6/10
P.S. Die dt. Synchro ist übrigens, mal wieder, unter aller Kanone. Stümperhaft und ohne auch nur ein Quäntchen Gefühl für die Dialoge, rasselt das Synchro-Team seinen Text herunter. Einzig und allein die Computerstimme gefällt, da der Sprecher schon beim Pay-TV-Sender 13th Street für schaurige Programm-Ansagen sorgt.
Anolis Entertainment schämt euch!