Es war absehbar, dass der indonesische Action-Kracher „The Raid“ weiteren asiatischen Ländern als Vorbild dienen würde, um sich ein wenig aus dem Schattendasein zu lösen.
Regisseur Jimmy Hendersen, der sich für den ersten kambodschanischen Zombiefilm auszeichnet, orientierte sich sehr deutlich an jenem Vorbild, wozu der eingestreute Humor jedoch nicht passen will.
Eine vierköpfige Elite-Einheit der Polizei soll den Gefangenen Playboy, welcher der gefürchteten Butterfly-Gang angehört, ins Gefängnis eskortieren. Kurz nach ihrer Ankunft kommt es zu einem Massenausbruch, wonach sich die Cops einer Übermacht gegenüber sehen…
Fights auf engem Raum mit möglichst vielen Gegnern ist das Konzept des Prügelfilms, der seine ersten 25 Minuten kaum nutzt, um den potenziellen Helden ein wenig Figurentiefe auf den Weg zu geben. Drei Typen und eine Frau, später ein agiler Wärter bilden eine recht austauschbare Gruppe, denen es komplett an markanten Eigenheiten fehlt. Mal abgesehen von einem, der auch während der Fights flapsige Sprüche absondert, als wäre er ein Relikt aus seligen Bud-Spencer-Zeiten.
Zwar nimmt sich das Geschehen zu keiner Zeit ernst, jedoch unterstreicht die Synchro einen albernen Zug, der nicht so recht zum Rest des temporeichen Treibens passen will.
Wie etwa nach dem Tritt ins Gemächt des scheinbar übermächtigen „Kannibalen“: „Das bringt nichts. Er hat keine Eier, - er hat sie vorletzten Winter aufgegessen.“
Einige Figuren kommentieren nahezu pausenlos Begebenheiten, was auf Dauer ein wenig ins Nervige abdriftet.
Demgegenüber bilden die Kämpfe natürlich die Höhepunkte, auch wenn sie nicht ansatzweise die Wucht und Härte des oben genannten Vorbildes erreichen. Die erste Massenprügelei kommt nahezu ohne Schnitte aus, zuweilen dreht sich die Kamera während der Action um 180 Grad und es fühlt sich teilweise so an, als sei man mittendrin. Zudem arbeitet der Schnitt recht sauber, allerdings treibt der Score zu wenig an.
Leider sorgt die Kulisse des Gefängnisses kaum für Abwechslung, da viele Gänge identisch aussehen, zu wenige Requisiten zweckentfremdet werden und trotz einiger akrobatischer Moves kaum Einzelmomente ins Auge stechen. Außerhalb der vielzähligen austauschbaren Häftlinge gibt es zwar ein paar härtere Nüsse zu knacken, doch die entsprechenden Endkämpfe fallen eher unspektakulär aus.
Bei alledem bleibt die Geschichte dünn und mit einigen Logiklücken behaftet, darstellerisch wird trotz einigen Overactings okay gearbeitet und obgleich das Treiben über rund 92 Minuten einigermaßen Kurzweil verbreitet, bleiben spannende Momente weitgehend aus.
Einen Mangel an Bewegung kann man dem Streifen aufgrund der zahlreichen und ausladenden Prügeleien zumindest nicht absprechen.
5,5 von 10