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Gru und seine Frau Lucy verlieren ihre Jobs als Geheimagenten, weil es ihnen nicht gelingt, Balthazar Bratt dingfest zu machen. Bratt war einst Kinderstar in einer TV-Serie, in welcher er einen Superschurken verkörperte. Da er über die Absetzung nie hinweggekommen ist, strebt der nunmehr Erwachsene danach, sich auch in der realen Welt als Superschurke unsterblich zu machen. Und auch ansonsten ist Gru nicht gerade vom Glück verfolgt, da seine Minions streiken und dem einstigen Schurken den Rücken kehren. Der lernt derweil seinen lange verschollenen Zwillingsbruder Dru kennen, der nach dem Tod des Vaters selbst ein Superschurke werden möchte, wobei Gru ihn anleiten soll.

„Ich - Einfach unverbesserlich“ stürmte vor sieben Jahren nicht nur die Kinocharts, sondern auch die Kinderzimmer. Nach Kinostart waren die Minions, die kleinen gelben Sidekicks und Helfer des Schurken Gru, in jedem Supermarkt in Form von Stickern oder Plüschtieren präsent und erfreuten sich schnell einer Prominenz, wie sie nur wenige Animationsfiguren jemals erreichten. Nach dem ebenfalls erfolgreichen Sequel wurden die gelben Figuren daher schnell in ihren ersten Soloeinsatz geschickt und knackten die Box-Office-Schallmauer von einer Milliarde US-Dollar. Der ungeahnte Erfolg konnte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Macher mit ihrem „Minions“-Film eine echte Bruchlandung hingelegt hatten, weil die Sidekicks, die ohnehin schon viel von ihrem Witz eingebüßt hatten, als Hauptfiguren nicht funktionierten. „Ich - Einfach unverbesserlich 3“ zeigt nun, dass das alte Konzept durchaus weiterhin trägt, wenn der zentrale Part wieder bei Gru und seiner Familie liegt.

Mit Chris Renaud war zwar einer der beiden Regisseure der ersten beiden Teile von Bord gegangen, doch Pierre Coffin setzte seine Arbeit mit neuen Kreativen an seiner Seite fort. Und man sieht dem Film diese personelle Kontinuität durchweg an. Das ist im Negativen der Fall, weil auch dieser Ableger nicht an das Original heranreicht und das Konzept allmählich Verschleißerscheinungen zeigt. Allerdings überwiegen die positiven Aspekte dieser vielleicht nicht allzu kreativen aber in jedem Fall stringenten und gelungenen Fortführung. Die Macher konzentrieren sich weiterhin auf den emotionalen Kern, auf den grummeligen aber herzensguten Gru, auf die taffe Frau an seiner Seite und natürlich die drei zuckersüßen Töchter. Zugleich erweitern sie das Figurenkarussell mit dem Zwillingsbruder Dru um einen stimmigen Charakter. Außerdem überzeugen die Minions in der ihnen nunmehr wieder zugeteilten Nebenrolle mit einigen kurzen und witzigen Auftritten.

Ein großes Plus des Films ist zudem der witzige Bösewicht Balthazar Bratt, der wehmütig auf seine Zeiten als Kinderstar in den 80ern zurückblickt. Mit Vokuhila und Schnauzbart, bewaffnet mit Kaugummi, Zauberwürfel und Michael-Jackson-Songs, gibt Bratt nicht nur eine ulkige Figur ab, die sämtliche 80er-Klischees erfüllt, sondern sorgt auch für einen Hauch von Nostalgie. Aber auch darüber hinaus überzeugt der Film mit seinen schrägen Einfällen mehr noch als mit seinen mitunter sehr vorhersehbaren Gags. So ist Dru beispielsweise in der Schweinezucht tätig und dementsprechend ist seine gesamte Villa bis zum Fresko an der Decke mit Ferkeln und Sauen verziert. Das wohltemperierte Erzähltempo, die makellose Animation und der stimmige Soundtrack runden den weitgehend gelungenen Grundeindruck ab.

Fazit:
„Ich - Einfach unverbesserlich 3“ setzt voll aufs alte Konzept, überzeugt aber trotz aller Verschleißerscheinungen, weil die Minions in der Rolle des Sidekicks wieder besser aufgehoben sind, weil der emotionale Kern trotz der Erweiterung des Figurenensembles bestehen bleibt und der neue, witzige Schurke für Stimmung sorgt.

70 %

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