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Ein Junge hat Visionen von einem Revolvermann, einem Mann in Schwarz und einem dunklen Turm. Als seine Mutter ihn in eine Klinik schicken will, haut er ab und findet kurz darauf in einer fremden Welt wieder, verstrickt in den ewigen Kampf gegen die Dunkelheit.


Die Unmengen negativer Kritiken haben nicht gerade Mut gemacht, drum habe ich lange gezögert, <i>Der dunkle Turm</i> zu schauen. Nun habe ich den Vorteil, dass ich von den etwa 4 gelesenen Stephen King Romanen 3 extrem öde und zäh fand, entsprechend habe ich die 8 Romane der Dark Tower-Reihe immer wegignoriert. Womöglich kann ich die Verfilmung deshalb so gut leiden.

Natürlich ist mir bewusst, dass es eigentlich Quatsch ist, 8 Romane in einen auch noch relativ kurzen Film packen zu wollen. Dass da gefühlt 98% Inhalt verloren gehen, versteht sich von selbst. Und auch hier wirft das Drehbuch einige unbeantwortet bleibende Fragen auf bzw. zeigt. Dinge, die einer Erläuterung bedürfen, die es aber nicht gibt. So man aber nicht allzu intensiv nachdenkt, kann das durchaus funktionieren. Manche Dinge und Lücken muss man halt einfach akzeptieren und als gegeben hinnehmen.

Schauspielerisch ist das alles sehr solide. Sogar Tom Taylor als Jake kommt ausreichend sympathisch rüber, um ihm zumindest sämtliche Daumen zu drücken. Einzig Matthew McConaughey verliert ein wenig gegenüber Idris Elba. Zwar spielt er souverän, aber die von seiner Figur ausgehende Bösartigkeit will nicht richtig zünden. Das ein Boss-Charakter wie er beiläufig tötet, ist nachvollziehbar, doch hier geschieht das fast zu beiläufig und oft ohne besonders sichtbare Auswirkungen. Das hätte man deutlich atmosphärischer gestalten können.

Dass der Film für mich eine gute Atmosphäre und Stimmung aufbauen konnte, liegt nicht zuletzt an den tollen Sets und Landschaftsbildern, die großartig gelungen sind. Gleiches gilt für die visuellen Effekte, die teils schon ziemlich cool aussehen. Und das Pacing passt, sodass keine Langeweile aufkommt.

Was mich tatsächlich etwas gestört hat, war die mangelhafte Ausleuchtung der Nachtszenen, bei denen oft nichts richtig zu erkennen war und speziell bei den nächtlichen Actionszenen dafür gesorgt hat, dass man schnell den Überblick verliert. Auch das hätte man deutlich besser gestalten können, denn nichts sehen aufgrund mangelnder Beleuchtung ist auch kein Bonus für die Atmosphäre.


Wer nicht weiß, was vom Inhalt der Romane verloren ging und nicht alles hinterfragt, kann hier trotz der negativen Kritiken Spaß haben. Tolle Effekte, gute Darsteller, mir hat's getaugt. Aber ich verstehe jeden Fan der Romane, der hier meckert. Der Ansatz nur einen Film für 8 Romane zu drehen, ist grundlegend Humbug. Aber es heißt ja auch, man solle Bücher ja eh immer erst nach der Sichtung der Verfilmung lesen. ????

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