Review

Laut geht es zu, ziemlich laut, in diesem rohen, unruhigen zwei-Stunden-Werk, dass dem Betrachter durchaus Geduld abverlangt. Nicht, weil der Film besonders bedächtig erzählt wäre. Im Gegenteil. Sondern, zum einen wegen der wirklich unsympathischen Hauptfigur Billy Moore; ein britischer Aggro-Junkie in Thailand, dem man mindestens die erste Filmhälfte hindurch permanent in die Fresse hauen möchte anstatt ihm weiter zuzuschauen.
Diese von Joe Cole ("Green Room") gespielte Kacktype wird in Bangkok beim Dealen erwischt und kommt in den Knast. Weil der Zuschauer die Geschichte durch seine Augen wahrnimmt, und Moore kein Thai spricht, bleibt zum anderen in der Folge vieles unverständlich, auch wenn die wesentlichen Äußerungen seiner Sitz-Genossen untertitelt werden.
Da liegen sie nun mit 50 Mann oder so in einem Raum; brüllen herum, kämpfen, vergewaltigen, nehmen Drogen, wetten auf Tierkämpfe. Unangenehme Bande.
Mittendrin in dieser true story der abgefuckte Moore, für den es erst besser wird (und mithin ruhiger und erträglicher für den Zuschauer), als es ihm gelingt, sich der Boxtruppe anzuschließen und schließlich sogar als Vertreter seiner Strafanstalt bei der Meisterschaft anzutreten.
Die Intensität und bedrückende Athmosphäre eines Auswärts-Knast-Klassikers wie 'Midnight Express' erreicht diese französische (!) Produktion dabei nie. Aus den genannten Umständen hält sich die Empathie des Betrachters zudem in Grenzen und so bleiben unter dem Strich als Pluspunkte lediglich der Blick in diese realistisch dargestellte unbekannte Welt Thai-Knast und die ordentlich harten Fights, die sich einer Rocky-Dramaturgie weitgehend verweigern.
Am Ende hat der echte Billy Moore einen kurzen Auftritt als Billys Vater.
Fünfeinhalb Punkte.

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