iHaveCNit: Suburbicon (2017)
Es wurde mal wieder Zeit für eine absurde, schwarze Kömodie – da kam mir aufgrund des Casts von Matt Damon, Oscar Isaac und Julianne Moore definitiv der neue Film von George Clooney - „Suburbicon“ - gut gelegen. Also habe ich mal auf den Weg in diese gleichnamige, idyllische Vorstadt gewagt um zu sehen, was sich unter der Oberfläche befindet.
Suburbicon repräsentiert den idyllischen, amerikanischen Traum in Wohlstand in den 50er Jahren. Doch die oberflächliche Idylle scheint zu zerreißen, als Familie Meyer einzieht, die erste dunkelhäutige Familie in Suburbicon – Ihr Einzug sorgt für allerhand Aufruhr – aber auch unter der Oberfläche der Familie Lodge brodelt es. Bei einem Einbruch stirbt Rose, die Frau von Gardner Lodge und es droht ein wichtiges Geheimnis in der Familie Lodge offenbart zu werden.
Bissige Satire und Schwarze Kömodie – das Drehbuch der Coen-Brüder, das seit ca. 3 Jahrzehnten im Schreibtisch sein Dasein fristete, hat nun von George Clooney und Grant Heslov einen frischen Anstrich bekommen und bietet entsprechend auch einen gesellschaftlichen Background in Zeiten einer Präsidentschaft Donald Trumps oder entfernt der Flüchtlingskrise und dem Erfolg der AfD in Deutschland. Die Atmospähre einer klassischen amerikanischen Vorstadt in den 50er-Jahren wird hier perfekt dargestellt. Doch der Film bleibt vor allem im Bezug auf die Familie Meyer einiges schuldig – aber die Schuldfrage kann nur ambivalent beantwortet werden. Denn der Konflikt mit den Meyers wird nur oberflächlich, plakativ und handzahm als Randnotiz behandelt. Eigentlich viel zu wenig und viel zu wenig bissig. Interessant wird es jedoch, wenn man die Präsentation von Randfiguren im Hintergrund – quasi als Randfigur als passendes Stilmittel für diese Darstellung empfindet. Kommen wir zur Familie Lodge. Wir haben mit Matt Damon und Julianne Moore zwei Darsteller, die ihren Figuren mit wenig Nuancen genug Tiefe und Ambivalenz verleihen, doch in den wenigen Minuten von Oscar Isaac zeigt sich, wer mit Nuancen am Besten umgehen kann.
Der Plot um die Lodges schwingt sehr ausgewogen zwischen überraschend und erwartbar konstruiert. Das Ganze ist sehr absurd – aber auch sehr konsequent und geizt nicht mit grafischer Gewalt. Manchmal habe ich mir gedacht „Das haben die jetzt nicht gesagt ?“ oder „Das ist jetzt nicht tatsachlich passiert ?“ und ich habe auf jeden Fall meinen Spaß mit „Suburbicon“ gehabt, weil es einige coole Szenen und auch spannende Sequenzen gibt. Man muss sich aber bei „Suburbicon“ die Frage stellen ob man nur einen gepflegten, glatten und langweiligen Rasen sieht, oder ob man sich mal mit der Schaufel traut zu schauen, was sich unter dem Rasen in der Erde befindet.
„Suburbicon“ - My First Look – 7/10 Punkte.