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Manchen Prügelfilmen merkt man ihre Ausgangsidee binnen kurzer Zeit an: Regisseur James Mark ist ein erfahrener Stuntman und Koordinator, der sich und seinem jüngeren Bruder Chris (ebenfalls Stunt-Performer) mal Gelegenheit zum Austoben geben wollte. Über die dazugehörige Story hat er sich allerdings weniger Gedanken gemacht.

Schüler David (Chris Mark) wird regelmäßig von Alpträumen und Visionen geplagt, als er eines Tages mitten im Unterricht von einer Spezialeinheit abgeführt werden soll. In ihm brodelt es und als einen Befehl zum Töten erhält, tritt eine übersinnliche Macht zum Vorschein, die seine Angreifer kurzerhand ausschaltet. Doch das ruft weitere Individuen auf den Plan, die offensichtlich mehr über Davids Vergangenheit wissen…

Das Manko des Ganzen kristallisiert sich bereits binnen weniger Szenen heraus, denn ein Zugang zum Geschehen fällt zunächst schwer. Visionen und Alpträume stehen ohne Kontext da, kurze Inserts mit vermeintlichen Wissenschaftlern und einer Psychologin stiften zusätzlich Verwirrung, während David Spritzen erhält, da er angeblich unter irgendwelchen psychischen Defiziten leidet, was wohl seine latente Abwesenheit in den ersten Minuten erklären soll.

Erst als er die Typen der Spezialeinheit reihum plättet, kommt Leben (bzw. Tod) in die Bude und es wird sogleich klar, mit welchen Schwerpunkten der Streifen im Verlauf zu glänzen versucht. Die Fights sind durchweg versiert choreographiert, Mark ist ein Ass im Bereich Martial Arts und beherrscht einige akrobatische Moves genauso wie den Umgang mit Schwert und Messer. Zudem sind die Kämpfe durchweg sauber gefilmt, der Schnitt ist effektiv, nur einige Flüge sind ein wenig übertrieben in Szene gesetzt.

Allerdings wiederholen sich die Abläufe, nur dass die Schauplätze zwischen Wohnung, Park und Wald variieren: David wird zunächst verprügelt, bekommt daraufhin blau leuchtende Klüsen und mutiert zum Super-Fighter, der selbst scheinbar überlegene Gegner mindestens durch die Wand befördert. Bezeichnend für das unausgegorene Drehbuch endet die Erzählung mittendrin, selbst für einen Cliffhanger langen die gerade mal 77 Minuten nicht.

Folgerichtig muss man ein ausgesprochenes Faible für Fights mitbringen, denn der Rest ist Grütze. Der dünne Plot ist kaum ausgearbeitet und bleibt oberflächlich auch darstellerisch sind keine Meisterleistungen zu erwarten. Die wenigen CGI fallen allenfalls zweckdienlich aus, während ein paar Gewaltspitzen zumindest für eine angemessene FSK18 sorgen.
Betätigt man zwischen den Fights die Vorspultaste, verpasst man nichts Relevantes und die Sache ist bereits nach rund 35 Minuten erledigt…
Knapp
5 von 10

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