Das eigentlich simple Konzept des ersten Teils ging voll auf, der Rennfilm aus Norwegen avancierte zum Kinohit und rund zwei Jahre später war ein Nachfolger nur die logische Konsequenz. Dabei setzt Regisseur Hallvard Bræin weiterhin auf die bewährten Zutaten, bei denen primär die bereits etablierten, weitgehend liebenswürdigen Figuren punkten.
Zwei Jahre verbrachte Mechaniker Ray (Anders Baasmo Christiansen) wegen illegaler Straßenrennen im Knast und wird pünktlich zur Freilassung von einem Kontrahenten herausgefordert. Per Dartwurf wird entschieden, dass die Reise im 2000 Kilometer entfernten Murmansk in Russland enden soll. Rays Tochter Nina (Ida Husøy) schließt sich sogleich ihrem Freund Charley (Jonas Hoff Oftebro) an, was Ray energisch zu verhindern sucht. Und schon befindet er sich mitten im nächsten Rennen…
Die Figurenkonstellation ähnelt die der deutschen Eberhofer-Krimis: Ein Haufen markanter Typen, die eine sympathische Clique bilden und mit Tölpeleien für Aufregung sorgen. Der Einstieg knüpft direkt am Ende des Vorgängers an, als Nybakken (Otto Jespersen) für tot erklärt und ihm zu Ehren mit dem Wagen die Klippen herab gestürzt wird. Im letzten Moment öffnet dieser die Augen, was einen Cliffhanger im doppelten Sinne bedeutet und soviel sei verraten: Dieser eigenwillige Typ stirbt natürlich nicht.
Das Konzept bleibt im Grunde dasselbe, indem die Teilnehmer diverse Stationen und Hindernisse durchlaufen, während zwischenmenschliche Probleme quasi im Vorbeifahren thematisiert werden und der ehrgeizige Polizist Mørk (Henrik Mestad) erneut von der Partie ist und für deutlich mehr Situationskomik als beim Vorgänger sorgt. Die ersten Etappen bestehen noch aus norwegischer Kulisse, wonach es, ganz dem Titel gemäß, durch verschneite Landschaften Schwedens, Finnlands und Russlands geht und für eine angenehm eisige Atmosphäre sorgt.
Die rasenden und oft auch schlingernden Boliden sind grundsolide gefilmt, die Kamera arbeitet variabel und vor allem ruckelfrei. Stunts halten sich insgesamt in Grenzen, wobei das Fahren über Eis ohnehin nicht ohne ist, was mit einem Wettlauf gegen einen Eisbrecher seinen spannenden Höhepunkt erfährt. Aber auch die Stippvisite in einem Skigebiet sorgt für einigen Trubel, wogegen der Humor auf einige Situationskomik und das gekonnte Zusammenspiel der Figuren abzielt.
In die Tiefe geht der Stoff natürlich nicht, er dient nach wie vor der lockeren, gut gelaunten Berieselung, was Teil zwei genauso gut gelingt wie dem Erstling. Viel Bewegung, kaum Leerlauf, hübsche Wagen und viel aufgewirbelter Schnee und am Ende erneut ein Cliffhanger, der Lust auf eine weitere Fortsetzung anheizt.
7 von 10