Im Mittelpunkt typischen Tierhorrors stehen vorrangig Arten, die dem Menschen gefährlich werden können oder ihm zumindest unangenehm sind wie Spinnen, Piranhas oder Schlangen. Eher selten verirren sich putzige Viecher ins Genre, zumal solche Versuche häufig nach hinten losgehen. Präriehunde aus der Familie der Erdhörnchen bescheren in der Regel keine Alpträume, weshalb Regisseur C. Blake Evernden auf gleich mehrere Bedrohungen setzt.
In der kanadischen Provinz Brada County hat Sheriff Lewis gleich mehrere Probleme: Ein paar psychopathisch veranlagte Kriminelle machen die Gegend unsicher und in selbiger verschwinden in letzter Zeit einige Einheimische. Spurenspezialistin Sara soll bei der Aufklärung helfen…
Gängige Genrebeiträge steigen meistens mit dem ersten Opfer ein, was oftmals die Marschrichtung in Sachen Härte vorgibt. Hier ist es ein Angler in Redneck-Kluft, dem sich der Angreifer von hinten nähert, was per Egosicht der Kreatur veranschaulicht wird. Es folgt ein kurzes Schnittgewitter mit langen Zähnen und dem Rücken des Opfers, doch explizit ist nichts zu erhaschen, was nachfolgend ähnlich verläuft, zumal die Anzahl der tödlichen Attacken sehr überschaubar bleibt.
Stattdessen widmet sich die Erzählung dem Sheriff und vor allem den beiden Kindern Tania und Carey, die mit Vorliebe durch die Gegend laufen, wenn sie ihren Dad nicht gerade bei einer Streife begleiten. Gefühlt spielt sich ein Drittel der Zeit mit den Kids beim Rennen ab, was die malerischen Landschaften und die einigermaßen versierte Kamera nicht übermäßig abwechslungsreich gestalten, da eben keine Bedrohung auszumachen ist. Zumindest nicht bis zum letzten Drittel.
In diesem sind die Präriehunde erstmals zu sehen, was mit mittelmäßigen CGI realisiert wurde. Das blaue Fell erschließt sich dabei ebenso wenig wie die nächtlichen Angriffe, da die Tiere eigentlich tagaktiv sind und nachts in ihren Schlupflöchern verschwinden. Erschwerend kommt hinzu, dass die Nachtaufnahmen viel zu dunkel ausfallen, was durch Blaufilter noch verschlimmert wird. Immerhin findet das Finale im Hellen statt und impliziert eine Art Muttertier, welches deutlich detailreicher gestaltet ist, als die kleinen Abkömmlinge.
Zwar fördert die Familienkonstellation einige Sympathien zutage und die Chemie zwischen den dreieinhalb Hauptfiguren stimmt, doch unterm Strich gerät das Treiben nur leidlich spannend, zudem auffallend blutarm. Die Beimengung einiger mystischer Aspekte bringt nicht allzu viel, während Parallelen zu Werwolfhorror ohne Pointe bleiben und die entflohenen Psychopathen nur für zwei, drei Momente im Mittelpunkt stehen.
Den können Genrefans eher links liegen lassen.
4 von 10