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Horrorkomödien haben bereits einige putzige Tiere in blutrünstige Mutationen verwandeln lassen wie Biber, Eichhörnchen oder eben Kaninchen. Der britische Regisseur Tony Jopia musste mit einem Mikro-Budget von 25.000 Pfund haushalten, was hinsichtlich der Computereffekte allenfalls knallharten Trashfans zusagen dürfte.

Deddington ist ein kleines friedliches Dorf, in das Melchior nach einigen Jahren der Abwesenheit zurückkehrt und dabei auf seine Jugendliebe Rose trifft. Noch ahnt niemand in dem Nest, dass zwei Außerirdische Hasen steuern, welche Erdenfrauen entführen, um ihre Rasse neu zu bevölkern. Und in dem Ort steht das beliebte Sommerfest an…

Die Killer-Kaninchen from Outer Space lassen nicht lange auf sich warten und fallen bereits während der Exposition über Silikonbrüste und die dazugehörige Frau her. Überhaupt zieht hier nahezu jede Frau blank, zumal die Entführten in einer Reihe an Armen fixiert auf ihre nicht näher erläuterte Empfängnis warten. Glänzende Silberröckchen hat man ihnen immerhin gelassen.

Die recht vielseitige Figurenkonstellation ist Fluch und Segen zugleich, denn einerseits ist der bunt zusammengewürfelte Haufen skurril genug, andererseits gibt es zu viele daraus resultierende Nebenhandlungsstränge, so dass eine Caroline Munro („Der Spion, der mich liebte“) zwar als Kartenlegerin quasi mitmischt, für die eigentliche Handlung jedoch völlig irrelevant ist.
Auch potenzielle Opfer werden bisweilen etwas zu ausgiebig und umständlich eingeführt, wodurch die insgesamt 105 Minuten Laufzeit um gut eine halbe Stunde hätte gestrafft werden können.

Der praktische Effekt eines zerfetzten Unterleibs lässt anfangs noch auf ein kleines Splatterfest hoffen, doch sämtliche Effekte danach stammen aus dem Rechner, selbst ein Pfeil, der einmal quer durch einen Kiefer geht und noch einige Zeit vom Getroffenen herumgetragen wird. Halswunden, abgetrennte Gliedmaßen und sonstige Verletzungen sehen schlichtweg billig aus und um die Kaninchen ist es nicht besser bestellt.
Jene hüpfen in variablen Größen über Wiesen und es wirkt so, als hätte man Probleme mit verschiedenen Perspektiven gehabt. Aufgrund der überwiegend klaren und hellen Farben fällt das üble Rendering noch negativer ins Gewicht. Bei einigen wenigen Nahaufnahmen hat man sich zwar etwas mehr Mühe gegeben, doch wie lebende Tiere sehen die Viecher zu keiner Zeit aus.

Derweil zündet der Humor nicht allzu häufig, oft driftet das Treiben in alberne Gefilde ab, manches erscheint recht infantil und nur selten fördern Dialoge eine amüsante Pointe zutage.
Allerdings ist den Mimen die gute Laune am Set deutlich anzumerken, denn die meisten bringen die notwendige Spielfreude mit, zumal die kunterbunte Besetzung einen deutlichen Pluspunkt markiert. Auf der anderen Seite mindern die unterirdischen Computereffekte und unnötige Nebenhandlungsstränge den Spaß, wodurch unterm Strich nur Durchschnitt übrig bleibt.
5,5 von 10

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