Neben "Dirty Harry" war "William Friedkins "French Connection" wohl der berühmteste und auch beste Polizeifilm. Keine Fiktion, sondern die dreckige Realität wurde hier gezeigt, vier Jahre später geht es nun unter John Frankenheimer (Ronin, The Challenge) in die zweite Runde. Tidyman zog sich als Drehbuchautor zurück, ist jedoch würdig von Alexander Jacobs (Point Blank) und Robert Dillon (The Fugitive) ersetzt worden. "French Connection 2" folgt ganz dem alten Muster. Stilistisch hat Frankenheimer nichts verändert, außer das Geschehen an einen anderen Ort verlegt. Herausgekommen ist ein Sequel, dass dem kultigen Original das Wasser reichen kann. Einige Szenen waren damals doch zu intensiv geraten, so wurde der Film bei seiner Videoauswertung ein wenig an Handlung beraubt.
Damals ist der Drogenbaron Alain Charnier (Fernando Rey) dem New Yorker Drogenfahnder Jimmy "Popeye" Doyle (Gene Hackman) entwischt, doch nun will Doyle in entgültig in Marseilles dingfest machen. Dort muss er mit der französischen Polizei zusammenarbeiten. Mit dem Vorgesetzten Henri Barthélémy (Bernard Fresson) kommt es sofort zu Streitereien. Überhaupt fühlt Doyle sich in diesem Land nicht wohl und beginnt auf eigene Faust zu ermitteln. Doch Charnier lässt Doyle kurzerhand entführen und macht ihn drogenabhängig. Drei Wochen ist Doyle in der Gewalt von Charnier, bevor in Dieser endlich freilässt. Henri versteckt Doyle auf der Polizeistation und hilft ihm beim Entzug. Nur langsam geht es Doyle wieder besser, aber nun sinnt er auf Rache.
Im Sequel geht es immer noch um den Drogenlord Charnier, welcher nun nach dem bleihaltigen Intermezzo in New York wieder in seine Heimatstadt Marseilles geflohen ist. Genau dort schickt man nun Doyle hin. Er soll mit der französischen Polizei zusammenarbeiten, doch das geht erstmal schief. Schon damals haben besonders die Amerikaner Vorurteile gegen die Frenchies gehabt, genau Diese bringt Frankenheimer hier zur Geltung. Doyle ist mit dem Essen nicht zufrieden, die Sprache beherrscht er so gut wie gar nicht und auch auch die Drinks sind ihm nicht stark genug. Außerdem eckt er ständig bei Henri, dem Chef der Abteilung an. Die französische Polizeiarbeit funktioniert nun mal anders als die Amerikanische. Auf jeden Fall hält sich Doyle nicht an Henri´s Anweisungen. Der Humor ist hier wesentlich stärker ausgeprägt als im Original. Dort gab es einige trockene Sprüche, doch hier ist Doyle noch besser aufgelegt. Doch Frankenheimer lässt es nie ins Klamaukige abrutschen. Auch hat sein Sequel ein wenig mehr Tempo als der Erstling, es gibt deutlich mehr Action zu begutachten, welche sich besonders in Shootouts wiederspielgelt. Aber auch hier wird die realistische Polizeiarbeit aufgezeigt. Tagelange Überwachungen, viele Beschattungen welcher hier aber besser funktionieren.
Zwischen durch wird Doyle entführt und Heroinabhängig gemacht. Sogar heute haben diese Szenen nichts von ihrer Präsenz verloren, besonders der Entzug hat es wirklich in sich. Gene Hackman wächst hier fast über sich hinaus und liefert eine wahrlich oscarreife Vorstellung, doch nicht mal der Golden Globe wurde ihm dafür verliehen. Hier bekommt man sogar eine frühe Version der Blutwäsche (Dialyse) zu sehen, sonst hätte Doyle den letzten Schuss nicht überlebt. Während des Entzuges entwickelt sich eine Freundschaft zwischen Henri und Doyle. Nach der Genesung jagen sie zusammen den Drogenbaron, doch im Finale darf Doyle Charnier im Alleingang zur Strecke bringen. Leider bricht der Film zu schnell ab, nach Charniers Tod hätte ruhig nocht etwas kommen dürfen, aber Frankenheimer waren wahrscheinlich schon die 114 Minuten zu lang. Aber "French Connection 2" ist spannend, actionreich und fesselt den Zuschauer. Der intensive Score stammt erneut von Don Ellis.
Das Sequel ist erfreulicherweise absolut ebenbürtig und trimmt Gene Hackman zu Höchstleistungen. Schade dass es nie zu einem dritten Teil kam.